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Gedanken und Erinnerungen am 93. Jahrestag der Bonner Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933. Reflections and memories on the 93rd anniversary of the Bonn book burning on 10 May 1933.

 

Gedanken und Erinnerungen am 93. Jahrestag der Bonner Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933. Reflections and memories on the 93rd anniversary of the Bonn book burning on 10 May 1933.

Von Wolfgang H. Deuling

Eine Gedenkveranstaltung am Lese- und Erinnerungsmal vor dem Bonner Alten Rathaus erinnert am Freitag, 8. Mai 2026, um 14 Uhr, an Autorinnen und Autoren, deren Werke am 10. Mai 1933 auf dem Bonner Markt –  unter dem Jubel der Bonner Universitätselite –  verbrannt wurden.

Erstmalig findet die Gedenkveranstaltung nicht am 10. Mai statt, sondern an einem 8. Mai –   was ungewöhnlich ist. Geplant und moderiert ist die Veranstaltung von Frau Astrid Mehmel, Leiterin der Gedenkstätte Bonn.

Eröffnet wird die Veranstaltung durch den neuen Bonner Oberbürgermeister

Guido Déus

Im Anschluss folgen Grußworte des Allgemeinen Studierendenausschusses sowie des Studierendenparlaments der Universität Bonn.

Erstmalig gibt es seit 2013 einen musikalischen Teil –  gestaltet von einem  Straßenchor des Bonner Musikerviertels. Unter dem Motto „Ein Lied geht um die Welt“ erklingen Lieder, die während der NS-Zeit verfemt oder verboten waren.

“Ein Lied geht um die Welt”

Frau Birte Schrein vom Theater Bonn erinnert an gefeierte Künstlerinnen und Künstler, die in der Zeit des Nationalsozialismus fliehen mussten, deportiert oder ermordet wurden. Nur wenige von ihnen überlebten.

Den Abschluss bildet die Öffnung der in den Markt eingelassenen Büchertruhe, aus der Bücher an die Besucherinnen und Besucher verteilt werden.

Erinnerungsmal Bücherverbrennung

 

Lesezeichen-Platte

 

Die 60 Lesezeichen – Book Marks – auf dem Bonner Marktplatz

Book burning memorial on Marktplatz Bonn

 

Bild-Impressionen  

Einweihung des Denk-Males am 10. Mai 2013

 

 

Die Künstler Andreas Knitz und Horst Hoheisel

Einweihung des “Lesemales” am 10. Mai 2013 zur Erinnerung an den 10. Mai 1933

 

General-Anzeiger 9. Mai 1933

 

Bonner Rathaus 10. Mai 1933

Prof. Dr. Eugen Lüthgen: Rede „Kampf wider den undeutschen Geist“, gehalten am 10. Mai 1933 auf dem Bonner Marktplatz:

Groß ist die Zahl der Verführer und Schänder des deutschen Geistes.
Hinein in die Flammen mit dem Gift des Klassenkampfes und des Materialismus, mit den Zeugen der Dekadenz und des moralischen Verfalls; hinein in die Flammen mit dem Werk eines Kautzky und Marx, eines Heinrich Mann, eines Glaeser und Kästner.

Vernichtung dem politischen Verrat, der Gesinnungslumperei, der seelenzerfasernden Analyse des Trieblebens. Statt des Gefühls für Volksgemeinschaft, für idealistische Lebenshaltung, statt der Hingabe an Volk und Staat, statt der Ehrfurcht vor dem Adel der menschlichen Seele zerstörte die Seuche der Zersetzung und Auflösung die Fundamente der deutschen Bildung.

Den Flammen überantwortet auch die Verfälscher unserer Geschichte, die statt Ehrfurcht vor den Großen unserer Vergangenheit ihre Herabwürdigung predigten oder in volksfremdem Journalismus demokratisch-jüdische Frechheit bekundeten. Hinein in die Glut mit dem, was artfremden Geistes bei Emil Ludwig, Werner Hegemann, Theodor Wolff, Georg Bernhard und Erich Maria Remarque.

Wer immer aber das kostbarste Gut unseres Volkes, die deutsche Sprache,
dünkelhaft verhunzt, wer in anmaßender Frechheit Wert und Würde des deutschen Volksgeistes antastet, auch der gehört, wie Alfred Kerr, Tucholsky und Ossietzky, mit seinem Werk auf diesen Scheiterhaufen.

Was haben sie alle verbrochen, diese marxistischen, liberalistischen, art- und landfremden Verächter deutschen Wesens? Sie haben im Volk mitten im Herzen des demokratischen Staates, eine Clique geschaffen, einen Interessentenhaufen, eine Machtgruppe, die unter dem Deckmantel der schöpferischen Freiheit der Persönlichkeit eine Diktatur des Geistes und der Kunst errichtete, der sich jeder beugen müsste, der außerhalb der Cliquen und Klassen stand.

Heute nun sind die Grundlagen der deutschen Geisteshaltung erstritten. Deshalb Dank des ganzen Volkes allen denen, die den Ruf „Wider den deutschen Ungeist” erschallen ließen. Dank dem Führer Adolf Hitler, dank der SS. und SA. Dank der deutschen Studentenschaft.

Wie die Flammen emporlodern, um Gift, um Schmutz und Schund und, was ebenso wichtig ist, die in ein schimmerndes Kleid gehüllte Gedanken der heimlichen Zersetzung und Auflösung zu zerfressen, so sollen diese Flammen der Läuterung uns Sinnbild sein, alles Undeutsche bis in die Wurzel hinein zu vernichten.

So werfen wir auch im Geiste hinein in diese Flammen die wurzellosen Machwerke der bildenden Kunst, die Spiegelbilder der Zeit der Korruption und Zersetzung, allen Schmutz und Schund, der dem unkünstlerischsten Grundsatz folgte, den es je in weiter Welt gab, dem Grundsatz der Formzertrümmerung.

So soll laut unser aller Heilruf erschallen: Der deutsche Geist: Sieg-Heil!

Prof. Dr. Hans Naumann: Rede „Kampf wider den undeutschen Geist“, gehalten am 10. Mai 1933 auf dem Bonner Marktplatz.

So verbrenne denn, akademische Jugend deutscher Nation, heute zur mitternächtigen Stunde an allen Universitäten des Reichs, – verbrenne, was du gewiß bisher nicht angebetet hast, aber was doch auch dich wie uns alle verführen konnte und bedrohte.

Wo Not an den Mann geht und Gefahr in Verzug ist, muß gehandelt werden ohne allzu großes Bedenken. Fliegt ein Buch heute Nacht zu viel ins Feuer, so schadet das nicht so sehr, wie wenn eines zu wenig in die Flammen flöge.

Was gesund ist, steht schon von allein wieder auf.

Aus dem erlauchten Kreis um Stefan George, vom Dichter Ernst Bertram bekamen wir folgenden Weihespruch mit auf den Weg:

Feier der Jugend

Laßt euch nicht irren: tragt
Nur Reisig für euer Gericht!
Allzu duldend besteht
Jugend nicht vor dem Herrn.

Verwerft, was euch verwirrt,
Verfemt, was euch verführt!
Was reinen Willens nicht wuchs,
In die Flamme mit was euch bedroht!

Aber zu sondern wißt
Den heilig fremderen Keim:
Flamme des Dankes dereinst
Lodert Geschontem hinauf.

Einen weiseren Ratgeber als diesen können wir uns nicht denken. Heilig Fremdes, das uns bereichern kann, das wir uns anzuverwandeln vermögen, soll nicht der Flamme geweiht sein. Irren ist menschlich, aber gemeint haben wir nur das unheilige Fremde, was reinen Willens nicht wuchs. Da nun habt ihr, liebe Kommilitonen, unbekümmert zugegriffen, rasch, nach dem edlen Vorrecht der Jugend.

Wir wollen eine symbolische Handlung begehn. Dies Feuer ist ein Symbol und soll weiter wirken und brennen als eine Aufforderung an alle, ein Gleiches zu tun; fortwirken soll es aus der Studentenschaft in das Bürgertum. Wir schütteln eine Fremdherrschaft ab, wir heben eine Besetzung auf. Von einer Besetzung des deutschen Geistes wollen wir uns befrein. Manche unserer öffentlichen Leihbibliotheken enthielten einen Lesestoff, den meist erst die beiden letzten Jahrzehnte über uns ausgegossen haben und der in Weltanschauung und Sitte so schamlos auflösend und zersetzend war, daß wir uns bei der Durchsicht der Kataloge erschüttert fragten, wo blieben die Behörden, wo blieben die beiden Kirchen, wo blieb die innere Mission?

Zu allermeist ist dies Schrifttum, das wir heute symbolisch vernichten wollen, fremdrassigen und fremdländischen Ursprungs gewesen, – aber vielleicht hat es bei uns mehr als im Ausland selber gewuchert, und es bildete – so gesehn – geradezu eine Fortsetzung des Krieges gegen Deutschland, nur jetzt mit anderen, feineren und verruchteren Mitteln und an noch verwundbareren Stellen. Wie immer, so war auch hier der internationale vaterlandslose Geselle besonders an diesem Krieg gegen Deutschland beteiligt. Es ist, als hätte er sich verschworen gehabt, nichts heilig zu lassen an unseren Gütern, weder Familie noch Heimat noch Vaterland, weder Gott noch Tugend noch Freundschaft noch Liebe, weder Mut noch Ehre noch Wehrhaftigkeit.

All dies wurde in Spott und höhnische Zersetzung gezogen, für animalisch erklärt, als primitiv, als ungeistig, als überholt, spießbürgerlich und veraltet bezeichnet, lächerlich gemacht, hinweg analysiert und in ein Zerrbild zerlöst, um unseres Volkstums letzte Stützen so infam wie planmäßig zu unterwühlen. Mit dem allem mag sich vielleicht die Wissenschaft weiter befassen, um es mit ihren Mitteln endlich zu entwaffnen; dem lebendigen Leben der Nation, der Leihbibliothek, der Bühne, dem Lichtspiel, dem Rundfunk soll es entzogen sein wie Gift.

Aber wir wollen die Vorgänge dieser Nacht noch tiefer fassen. Wir kämen zu billig davon, glaubten wir, mit dieser Verbrennung sei schon alles getan. Wir gehen noch einen Schritt weiter, wir wollen noch tiefer, wir gehen noch zu uns selbst, in uns selbst. Dies Feuer ist ein Symbol und soll auch eine Aufforderung sein an uns selbst, unsere eigenen Herzen zu läutern.

Wir haben das allzumal nötig, alle ohne Ausnahme; richten wir alle auch über uns selbst! Genau so hat es unser oberster Führer bei jenem gewaltigen Appell verlangt am 8. April dieses Jahres von jedem Einzelnen der Hunderttausende seiner SA und SS aus Deutschland und Österreich.

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Adolf Hitler – Rede an die SA und SS-Männer im Berliner Sportpalast am 8. April 1933

encyclopedia.ushmm.org

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Nichts Allzumenschliches soll in uns bleiben, wir werfen es heute mit jenen schlimmen Büchern ins Feuer. Dieser Frühlingssturm der deutschen Bewegung war zu hinreißend schön; er soll nicht durch irgendwelche allzumenschliche Schwächen getrübt oder gefährdet sein.

Die Welt hat schon einmal in unserem Leben den Sturm eines deutschen Aufbruchs gesehn, im August 1914; vergleichbar dem Frühlingssturm von 1933; Fortsetzung überhaupt der eine des andern; vergleichbar beide an unerhörter Wucht und Präzision und Eleganz, vergleichbar beide in der Aneinanderreihung, der stürmischen, von Sieg an Sieg.

Bis dann damals, an der Marne, der unbegreifliche Tag kam, wo dunkler, allzumenschlicher Kleinmut den Aufbruch völlig zunichte gemacht hat [an dem Fluss im Nordosten Frankreichs kam Anfang September 1914 der deutsche Vormarsch auf Paris zum Stehen]. Wir schwören, so soll es nicht wieder werden!

Wir greifen in unsere Herzen, wie wir in unsere Schränke gegriffen haben und werfen in die Flammen das Allzumenschliche: den Kleinmut und auch den Übermut, die Verzagtheit wie auch die Unbescheidenheit, die Unreinheit und die feige Angst, die heimliche Angeberei und das heimliche Hetzen, das Nach-dem-Munde-Reden und die ganze erbärmliche Gesinnungslumperei, die Kriecherei und jegliche Würdelosigkeit überhaupt.

Das alles ist ebensowenig deutsch wie jenes Schrifttum. Wuchert es, so freut sich wiederum nur das internationale vaterlandslose Gelichter. Wir reißen es aus und verbrennen es hier auf dem Markte. „Wie sollen wir dieses Volk sonst schaffen“, hat der Führer an jenem Abend gesagt, „wenn wir nicht selbst in uns all das überwinden, was wir als verderblich ansehn in unserm Volke!“ Dergleichen untergrabe die Disziplin und die Autorität. Aber wir wollen nicht mehr die Untergrabung der Autorität. Auch das war ein fremdrassiges Geschäft, erfunden uns zu vernichten!

Wenn Sie zu mir auch nur das geringste Vertrauen haben, liebe Kommilitonen – und wäre dem nicht so, so stünde ich jetzt wohl nicht hier–, so schenken Sie mir bitte Ihr Vertrauen auch bei diesen Worten! Wir wollen die  Bindung und die Reinheit, den Edelmut der Gesinnung, die Unterordnung und Gliederung. So wollen wir es für unsere Herzen und so wollen wir es auch für unser Schrifttum. Es mag meines besonderen Amtes sein, auch hier noch rasch einen Schritt weiter zu gehn, vom Negativen zum Positiven, von der Abwehr zum Angriff, von der Vernichtung zum Aufbau.

Wir wollen ein Schrifttum, dem Familie und Heimat, Volk und Blut, das ganze Dasein der frommen Bindungen wieder heilig ist. Das uns zum sozialen Gefühl und zum Gemeinschaftsleben erzieht, sei es in der Sippe, sei es im Beruf, sei es in der Gefolgschaft oder in Stamm und Nation. Das zum Staat erzieht und zum Führertum und zur Wehrhaftigkeit, ein Schrifttum das also im besten und edelsten Sinne politisch ist.

Der Dichterbegriff muß sich wieder ändern. Wir wollen den Literaten nicht mehr, wir wollen den verantwortlichen, den Dichter. Wir wollen aber auch den Dichter nicht mehr, der sich damit begnügt, in seiner Dachstube still für sich zu träumen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen, sondern wir wollen den, der seine Werke mit Forderungen aktiviert, der in die Zeit geht und eingreift, der uns erzieht, der uns richtet, der uns Gesetze gibt, dem Dichten ein Amt ist, der sich zum Boten des Herrn aufwirft, und der das lebendige Gewissen unseres Staates, unserer Nation, unseres Volkes, des deutschen Reiches, unseres neuen heiligen Reiches ist.

So hatten wir früher Walther von der Vogelweide und seine Schüler, so hatten wir später Klopstock und Hölderlin, Schiller und Kleist. Sie waren das lebendige Gewissen der Nation. Gott sei Dank: so haben wir heute Stefan George und Ernst Bertram. Einer oder wenige können dies Ziel nur immer erreichen, aber die andern mögen sich in Graden und Stufen hin zu ihnen ordnen.

Das Heilige wollen wir und das Heroische. Kühnheit wollen wir und Geist, so ist es germanische, so ist es deutsche Art. Wir wollen die kühne fromme und starke Gerechtigkeit. Der Weg ist frei dahin. Die Hindernisse, die ihn versperrten, sind zerschlagen. „Heroisch“, so hieß es bisher, „war kein Artikel für links“, und heilig auch nicht. Aber links ist vorbei und jetzt ist es wiederum ein Artikel, kein „Artikel“ vielmehr, sondern ein Imperativ, ein befehlender Glaube, ein heißes Gebet.

Es wuchs auch schon ein neues Schrifttum heran, man möchte fast sagen: heimlich getragen von der neuen Bewegung. Die letzten Kapitel unserer akademischen Literaturgeschichten, wenn sie kühn und unvorsichtig genug waren, handeln bereits seit drei bis vier Jahren davon. Nicht immer waren die Gelehrten so instinktlos und rückständig wie man meist glaubt.

Es gibt bereits ein Schrifttum, präzis, sachlich und ganz unsentimental, meist im Anschluß an Krieg und Nachkrieg, das sucht bereits nach dem Führer- und Kameradschaftserlebnis. Wenn es vom Kriege handelte, meinte es damit fast mehr den Schauplatz der Kameradschaftlichkeit und die Geburtsstunde der Führernaturen. Dies Schrifttum schuf schon an dem neuen Typ, der auf Willen und Bestimmtheit, auf Haltung und Disziplin, auf Hingabe und Symbol gerichtet ist oder auf Volk und Stamm und die heilige Geschichte unseres zweitausendjährigen Reiches.

Für dies und seinesgleichen treten wir ein. Soviel an uns liegt, machen wir die Bahn ihm frei. Aber auch das sei noch zum Schluß mit voller Schärfe gesagt:

Gesinnung kann nicht das Können ersetzen. Wenn Kunst von Wollen käme, so würde sie – verzeihen Sie – Wulst heißen. Sie ist nicht vom Willen allein abhängig, wie gut der auch sei. Es war gerade die Kunst des uns artfremden Zivilisationsliteraten, mit kaltem Verstand erklügelt und gewollt zu sein. Deutsche Kunst kommt aus irrationaleren Gründen. Kommt aus den Tiefen des Parzifal und des Faust. Und gerade dem, was aus diesen Abgründen und Tiefen sich naht, sollen die Tore aufs neue geöffnet sein.

Aber wir werden unerbittlich die höchsten Maßstäbe anlegen, wie sie George uns anerzog. Wir verbannten den Kitsch und die hohle, verbrauchte, verblasene patriotische Phrase, die mehr schadet als daß sie nützt. Wir wollen nicht, daß das leere Epigonentum nun wieder mit unterschlüpfe, so gut wie es meist auch gemeint ist. Wir rufen nach dem neuen künstlerischen Geist der völkischen Aktivität. Heil denn also dem neuen deutschen Schrifttum!

Heil dem obersten Führer! Heil Deutschland!

Reden-Naumann-Lüthgen

 

 

Godesberger Volkszeitung 11. Mai 1933

Godesberger Volkszeitung 11. Mai 1933

Godesberger Volkszeitung 2. Mai 1933

General-Anzeiger 4. März 1933

General-Anzeiger 4. März 1933

 


Prof. Andreas von Antropoff hält 1933 eine Rede anlässlich des Hissens der Hakenkreuzflagge am Hauptgebäude der Bonner Universität

„Beschweigen biographischer Vergangenheitslasten“

 

Die Gedenkstätte Bonn, die die jährliche Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an den 10. Mai 1933 plant und moderiert, wirbt mit

dieser aktuellen Seite

Zu dem NS-Kollaborateur Otto Spies

siehe Universität ehrt Otto Spies

 

Über die Bonner NS-Zeit:

Wegweiser-Literatur-NS-Geschichte.pdf

 

 

Nachwort

Dr. Bernd Dammann

Das politische Totalversagen der sich selbstrekrutierenden akademischen “Elite” in den Geisteswissenschaften während und am Ende der Weimarer Republik.

Besten Dank für die hier dokumentierten, sehr verdienstvollen Aktivitäten auf dem Feld der Pflege der Erinnerungskultur. Gerade die Bücherverbrennung zu einem so frühen Zeitpunkt nach der Nazi-Machtergreifung und im Zuge der von nun an konsequent betriebenen NS-Gleichschaltung der Universitäten durch das an die Macht gelangte NS-Terror-Regime hätte die deutsche akademische und intellektuelle Elite spätestens wachrütteln müssen.

Im Zuge der ungestörten Selbstrekrutierung des wissenschaftlichen Personals an den deutschen Universitäten während des sog. Wilhelminischen Zeitalters – sozialdemokratische und linksliberale Wissenschaftler in den Geistes- und Sozialwissenschaften hatten selbst in der Zeit der Weimarer Republik kaum eine berufliche Chance, in den Hochschuldienst übernommen und fest angestellt zu werden – liefen die Nazis da offene Türen ein.

Insbesondere die Germanistik und deren Professoren taten sich in dieser Hinsicht besonders hervor. Nach 1945 wollte es dann allerdings zunächst keiner gewesen sein.

Die im Nachkriegsdeutschland gesellschaftlich akzeptierte Devise des Vertuschens, Verleugnens und Verharmlosens bestimmte den individuellen Umgang mit der eigenen Lebensgeschichte im sog. 3. Reich. Die germanistische Fachgeschichtsschreibung hat dieses finstere Kapitel politisch-kollektiven Totalversagens der damaligen germanistischen scientific community inzwischen gründlich und schonungslos wie auch Beispiel gebend für andere Geisteswissenschaften aufgearbeitet.

Ob man daraus gelernt hat, mit widerborstigen ‘schwarzen Schafen’ (will heißen: mit roten Nestbeschmutzern) anders umzugehen als damals, steht leider dahin und ist mit einem dicken Fragezeichen zu versehen.

Archivalia

“Regierungsprogramm” der AfD Sachsen-Anhalt

III. Kultur und Integration

„Eine Tradition der Traditionsvernichtung hat, von der 68er-Bewegung in Westdeutschland ausgehend, unser kulturelles Erbe entkernt und damit Möglichkeiten einer stabilen nationalen Identitätsbildung verbaut. Seiner Selbstbehauptungskräfte beraubt, ist Deutschland dem Einfluss der Regenbogenideologie hilflos ausgeliefert.“

„Die AfD-Sachsen-Anhalt wird diese Identitätsstörung durch eine neue, patriotische Kulturpolitik heilen. Die Kulturpolitik muss den Deutschen ihr Selbstbewusstsein zurückgeben. Wir werden durch gezielte Maßnahmen und Bezugnahmen auf die guten Seiten der deutschen Geschichte eine unverkrampfte und auf gesunde Weise selbstbewusste deutsche Identität fördern.“

https://afd-regierungsprogramm.de/

siehe hierzu auch:

“Wir werden Sachsen-Anhalt zum Musterland der Kulturpolitik machen, das eine Strahlwirkung auf andere Bundesländer entfaltet und so den notwendigen Wandel in ganz Deutschland anstoßen kann.”

https://archivalia.hypotheses.org/249606

 

_________________________

 

 

 

 

 

Diffamierung? Google Maps zeigt an, wie viele Rezensionen auf den Seiten der Unternehmen gelöscht wurden

https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/google-maps-kann-ich-den-bewertungen-noch-vertrauen,VI4obmp

https://www.stern.de/digital/online/google-maps–so-erkennen-sie-die-wahrheit-hinter-perfekten-bewertungen-37345678.html

Update zu: https://archivalia.hypotheses.org/245208

Johann Sebald Baumeister (1775-1829), Zeichenlehrer in Schwäbisch Gmünd

Mit Dekret der württembergischen Organisationskommission vom 14. August 1803 wurde Johannes Sebald Baumeister von Augsburg zum ersten Lehrer der Zeichnungkunst in Schwäbisch Gmünd ernannt und ihm als Gehalt 300 Gulden, sechs Malter Dinkel und sechs Klafter Holz angewiesen.1 Über den 1775 in Augsburg geborenen Sohn des Malers Samuel Baumeister weiß man nicht viel. Das Bekannte versucht der von mir erheblich ausgebaute Artikel in der Wikipedia zusammenzustellen.2 Baumeister starb 1829 in Schwäbisch Gmünd.

Einige persönliche Angaben sind dem Nachruf seines Sohns, des Tiermalers Johann Wilhelm Baumeister (1804–1846), im Repertorium der Thierheilkunde 7 (1846), hier S. 95-98 (HathiTrust) zu entnehmen:

Johann Wilhelm Baumeister, Professor und Hauptlehrer an der k. Thierarzneischule zu Stuttgart, war der Sohn des im Jahre 1829 verstorbenen Zeichnungslehrers Johann Sebald Baumeister und der noch jetzt lebenden Frau Elise Baumeister, geb. Merz. Seine beiden Eltern stammen von alt protestantischen Familien aus Augsburg. Der Vater, welcher sich durch ein höchst schätzenswerthes Talent als Zeichner und Miniaturmaler auszeichnete, wurde im Jahre 1803 auf geeignete Empfehlungen hin von dem höchstseligen König Friedrich nach Gmünd berufen, damit die dortigen Goldarbeiter einen Künstler zum Zeichnungslehrer bekämen und dadurch der Kunstgeschmack in ihren Arbeiten gehoben würde. Der Vater, der in seinem Wirkungskreise in der genannten Beziehung sehr viel Gutes wirkte, hat sich, wiewohl nur in kleineren Kreisen, durch Herausgabe genealogischer Prachtwerke wie einer Gallerie der Familienbilder des Hauses Hohenstaufen, der Regenten Baierns, des Hauses Hohenzollern etc. rühmlicher Anerkennung zu erfreuen gehabt, und wurde von den betreffenden Höfen für diese Arbeiten durch Belobung und Ehrengeschenke aufgemuntert. Er versuchte diese Gallerien im Drucke herauszugeben, aber dieser Versuch scheiterte daran, dass der gewissenhafte Künstler es nicht über sich vermochte, fabrikmässig zu malen, sondern jedes Portrait mit sauberer Genauigkeit selbst en gouache ausführte. Hiedurch wurden dem grösseren Publikum diese Kunstwerke nicht zugänglich gemacht, und der Name des Verfassers erfreute sich nicht der allgemeinen Anerkennung, welche er verdient hatte. Ausserdem sind noch vom Vater Baumeister verschiedene malerische Ansichten von vaterländischen Gegenden, sowie eine Anleitung zum Freihandzeichnen vorhanden.

Das Loos der Familie Baumeister war in Gmünd kein glänzendes. Der Gehalt, den der Vater Baumeister als Zeichnungslehrer bezog, war nicht hinreichend, um eine sorgenfreie Stellung zu gewähren,3 allein an Arbeitsamkeit gewöhnt und freudigen Sinnes, wäre es ihm unschwer gewesen, sich und den Seinen ein behagliches Leben zu gründen, wenn nicht der Umstand, dass die Familie Baumeister, höhere Beamtenfamilien ausgenommen, die einzige protestantische im Orte war, bei dem zu jener Zeit noch in Gmünd herrschenden Geiste der religiösen Unduldsamkeit eine unversiegliche Quelle von Störungen kleinerer und grösserer Art gewesen wäre, welche dem ruhigen Genusse eines wenn auch bescheidenen Glückes oft in den Weg traten. […]

Baumeister wurde den 27. April 1804 in Gmünd geboren; er machte seine erste Bildung unter Anleitung seines Vaters durch und zeigte schon als ein Kind von sechs Jahren grosses Talent zur Kunst. Der Vater aber hatte über das Loos des Künstlers zu bittere Erfahrungen gemacht, als dass er zugegeben hätte, dass sein Sohn Künstler werden sollte, daher bestimmte er ihn erst zum Rechtsgelehrten, dann, weil der Sohn Abneigung gegen dieses Fach zeigte, zum Architekten und endlich, da auch diese Richtung nicht den beiderseitigen Wünschen entsprach, zum Geistlichen. Baumeister kam daher im Alter von 14 Jahren in das Präceptorat nach Aalen, wo er die Vorbereitungsstudien zum academischen Studium machen sollte. […]

Sein Vater entschloss sich nun dazu, den Sohn zuerst nach Augsburg und von dort nach München gehen zu lassen, um ihm die Gelegenheit einer höheren Ausbildung in der Kunst darzubieten. Obgleich die Mittel nicht mehr als zwei Jahre hiezu gestatteten, so brachte es Baumeister doch durch angestrengten Fleiss in dieser kurzen Zeit dahin, sich so weit auszubilden, dass er, nach Gmünd zurückgekehrt, einige werthvolle Gemälde vollendete, deren Ertrag ihm die Mittel zu seinen künftigen Studien verschafften. […]

Das Jahr 1829 führte für die Familie Baumeister einen harten Schlag herbei. Der Vater starb und hinterliess ausser dem Sohne eine Wittwe mit zwei jüngern Töchtern. Der Sohn, der durch dieses Ereigniss den Seinigen ihre Hauptstütze entzogen sah, war nun entschlossen, alle seine Kräfte darauf zu verwenden, um ihnen diese Stütze zu ersetzen; daher versah er – wiewohl nur ein Jahr lang provisorisch das Amt des Vaters […].

Bekannt wurde Baumeister als Künstler durch seine gedruckten Serien von Familienbildnissen, frühe Beispiele kostümgeschichtlicher Dokumentation.4 1805 legte er die “Gallerie der Familien Bilder des ehemals Kaiserlichen Hauses der Hohenstauffen” vor, die er den Stauferbildnissen (um 1530) in der Lorcher Klosterkirche entnahm.5 Zur “Abbildung der Statuen in der wöllwarthischen Todtenhalle in dem Kloster Lorch. Ein Beytrag zur Geschichte der Kunst und des Geschmacks im vierzehenden, fünfzehenden und sechzehenden Jahrhundert” (1808) steuerte der bekannte Publizist Johann Gottfried Pahl historische Erläuterungen bei.6 Weniger bekannt sind die Reihen zu den Herren von Rechberg (anhand der Grabsteine), den Hohenzollern (nach einer Ahnengalerie in Hechingen), den Regenten Bayerns und die nur handschriftlich überlieferte Serie zu den Herzögen von Württemberg. Alle entstanden im Zeitraum 1805 bis 1827.

1801 erschien bei dem Schwäbisch Gmünder Buchdrucker Johann Georg Ritter die im KVK nur im Stadtarchiv Augsburg nachgewiesene “Kurze Anleitung zur Zeichnung mit freier Hand”. Vermutlich hat sie zur Berufung nach Gmünd 1803 beigetragen. Ebenfalls den Namen Ritters trägt der Druck zur Wöllwarth-Grablege. Aus einer Anzeige im Litterarischen Eilboten vom 25. April 1810 (GBS) ergibt sich, dass auch zwei weitere Publikationen Baumeisters, beide heute nicht nachweisbar, bei Ritter erschienen:

– “technologische Zeichnungsblätter, 1. Suite. 12 Blätter […]”7
– “neue Muster für das Beuteltuch […] zum Gebrauch in Nähschulen”

Nicht unwahrscheinlich ist die Annahme, dass Ritter auch weitere nicht mit seinem Namen versehene Druckschriften Baumeisters gedruckt hat.

Rätselhaft ist eine Angabe von Edeltraud Brockmüller: Von Hohenzollernahnen und Gmünder Bürgern. Zur Neuerwerbung eines Buches von Johann Sebald Baumeister. In: Unicornis. Beiträge zur Landschafts- und Kulturgeschichte im Raum Schwäbisch Gmünd. Mitteilungen des Förderkreises Museum e.V., des Naturkundevereins e.V. und des Städtischen Museums Schwäbisch Gmünd 1 (1981), Heft 2, S. 36–38, hier S. 38, Baumeister habe zwei Zeitungen herausgegeben: das Magazin für Kunst und Handarbeit 1806 und das Magazin für Kunst und Gewerbe-Erzeugnisse 1826. Baumeister nenne sich darin “öffentlicher Lehrer der Zeichnung, Mitglied des polytechn. Vereins im Königreich Bayern”. Vom Periodikum 1826 finde ich keinerlei Spur, während es zu dem Magazin für Kunst und Handarbeit eine Ankündigung in Pahls National-Chronik der Teutschen 1803 gibt, die das Erscheinen ab Januar 1804 ankündigte. Es sollte ein Magazin von “geschmackvollen Ideen in verschiedenen Gattungen von Handarbeiten” werden. Offenbar lagen Brockmüller die Zeitschriften vor, aber zumindest im Gmünder Museum sind sie nicht auffindbar.8

Den größten Bestand an Baumeister-Zeichnungen verwahrt das Museum in Prediger in Schwäbisch Gmünd. Derzeit sind bereits 77 Objekte online. Zusätzlich hinzuweisen ist auf drei Skizzenbücher Baumeisters aus den Monaten Januar, Februar und März 18159 und Illustrationen zur Salvatorbeschreibung des Anton Herlikofer.10

Die Anerkennung durch die Höfe, von der im zitierten Nachruf die Rede ist, traf zu. In der Allgemeinen Zeitung vom 3. November 181011 las man:

Der als erster Lehrer an der Zeichnungsschule zu Gmünd angestellte Herr Johann Sebald, Baumeister [!], hat jüngsthin für seine sehr gelungene Abbildung der in der Klosterkirche zu Lorch befindlichen Gemälde der schwäbischen Kaiser aus der Familie der Hohenstauffen von Sr. Majestät dem Kaiser von Frankreich 25 Napoleonsd’or, und von Sr. königl. Hoheit dem Kronprinzen von Baiern ausser einem schmeichelhaften Schreiben eine schöne goldene Uhr zum Geschenk erhalten. Der nemliche Künstler gibt auch eine Abbildung des Berges unweit Göppingen, auf welchem vormals das Stammschloß der Hohenstauffen stand, heraus. Se. Majestät der König von Würtemberg haben ihm für die Originalzeichnung eine kostbare goldene Uhr geschenkt, und ihm die Erlaubniß ertheilt, das Blatt Allerhöchstihnen zu dediziren.

Nachdem Pahl in seiner National-Chronik vom 16. April 1806 die Lorcher Bilderserie gelobt hatte, erhielt er eine Zuschrift, die er am 7. Mai des Jahres veröffentlichte. Sie enthält den Wortlaut des dankenden Kabinettsdekrets des bayerischen Königs Max Joseph (GBS) nach Übersendung eines Exemplars. Er schenkte dem Geschmack und Fleiß des Künstlers den “vollkommensten Beyfall”. Noch mehrfach äußerte sich Pahl sehr anerkennend über Baumeister als Künstler.12 So schrieb er 1807 (GBS):

Der Hr. Zeichenlehrer Baumeister in Gmünd hat zum Anfange einer Suite mahlerischer Darstellungen von vaterländischen Gegenden, die Abbildungen der Städte Schorndorf, Gmünd, Göppingen und Aalen, herausgegeben. Man findet in ihnen die bekannte, leichte und gefällige Manier dieses Künstlers wieder, welche mit Fleiß und Wahrheit, Geschmack, Sanftheit und Milde einigt.

Bilder

Zusätzliche Nachweise sind ermittelbar über Commons und die Wikipedia.

Skizzenbuch März 1815 mit Selbstbildnis (rechts oben)
Zeichnung in einem Stammbuch 1790
Klosterkirche Lorch (1805), Museum Gmünd
Barbarossa
Lorcher Wöllwarth-Grablege (1808), Museum Gmünd
Familienbilder Hohenzollern 1817, MDZ
Herzog Christoph von Württemberg (1818)
Schloss Laubach (ca. 1810/15), Museum Gmünd

#forschung

  1. Bruno Klaus 1896, S. 322 (GBS). []
  2. Wenig ergiebig ist die Karteikarte im Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd: Commons. []
  3. Die erwähnte Karteikarte erwähnt eine Bitte 1821 um Erhöhung seines Gehalts an der lateinischen Schule, die der Stadtrat ablehnte. 1823 unterrichtete Baumeister an der privaten polytechnischen Lehranstalt in Gmünd: Wikisource. []
  4. Nachweise zu den Werken (gedruckte und handschriftliche Überlieferung) in der Wikipedia. []
  5. Zu ihnen Hermann Kissling im Heimatbuch Lorch 1990 (UB Heidelberg) und meine Gmünder Chroniken (1984), S. 201 (Internet Archive). []
  6. Zur Grablege: https://archivalia.hypotheses.org/128365. []
  7. Das Allgemeine Künstler-Lexikon erwähnt 1885 sie als “Technologische Zeitungsblätter, 1. Suite, 12 Blätter mit Erklärungen. Gmünd. 4°” (GBS); gleichzeitig erwähnt bei Rattermann 1885 (HathiTrust), dessen Angaben über Ritters Drucke mit größter Vorsicht aufzunehmen sind. Zeitungsblätter in Zeichnungsblätter von R. korrigiert 1911 (Internet Archive). []
  8. Mail vom 21.4.2026: “Die im Artikel von Brockmüller genannten beiden Zeitschriftentitel können wir leider nirgends in unseren Beständen nachweisen. Wir haben mit allen denkbaren Findemitteln und auf allen möglichen Wegen gesucht, auch unter Einbeziehung von Frau Dr. Boosen, aber die Titel sind in keinem unserer Kataloge, Verzeichnisse und Datenbanken enthalten.” Da mein Kontakt zu Edeltraud Brockmüller (GND/LMU) lange abgebrochen ist, kann ich sie nicht fragen. Die Kunsthistorikerin, die in Hamburg studiert hatte, war ab Anfang 1981 Volontärin am Gmünder Museum und froh, als sie ans Städtische Museum in Albstadt wechseln konnte. Wir haben uns damals angefreundet und sind in einem Weihnachtsurlaub gemeinsam nach Venedig gefahren. []
  9. Teilweise abgebildet von Walter Dürr in: Gmünder Leute (1983), S. 49-51. Die Abbildungen auch auf Commons. []
  10. Das Bändchen trägt die alte Signatur 9348 (Mitteilung des Museums) und wurde erwähnt von Rudolf Weser 1916 (UB Heidelberg). []
  11. DDB = MDZ. []
  12. Fundstellen über die Volltextsuche der in Wikisource nachgewiesenen Digitalisate (National-Chronik und Eilbote). []

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Mit derzeit 5368 Open-Access-Büchern bietet die Sammlung mehr als Content-Select (830 Ebooks).

Viele Unibibliotheken und die BSB haben Lizenzen erworben.

Zum Fachbereich Geschichte bieten

die UB Freiburg 890 Titel
die BSB München 1392 Titel
Wikipedia-Library (noch unter Nomos eingeordnet) 5545 Titel (Gesamtbestand)

Archive von unten: Neue Zeitschriftendigitalisate

“Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der
deutschen Arbeiterbewegung (IWK) digitalisiert

Alle Ausgaben der renommierten Zeitschrift stehen jetzt als kostenfreier
Download auf der Website der Gedenkstätte Deutscher Widerstandzur Verfügung:

https://www.gdw-berlin.de/angebote/publikationen/iwk

Die “Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der
deutschen Arbeiterbewegung” (IWK) war eine bedeutende historische
Fachzeitschrift, die von 1965 bis 2008 erschien.”

“die gesamten Ausgaben der ersten Jahre (1973 – 1982) aus dem Umfeld der Edition Nautilus, die Zeitschriften

MaD–Anarchistische Hefte, Revolte–Für Theorie und Praxis der libertären Bewegung, Revolte–Anleitungen zur Subversion und Revolte! Organ der Subrealisten

sind auf der Stiftgungshomepage online eingestellt.

https://www.nautilus-stiftung.org/Revolte

Die komplette Folge der Zeitschrift Die Aktion (1981 – 2013) folgt demnächst.”

Welfen-Nippes ausgestellt

https://www.ndr.de/kultur/kunst/niedersachsen/hochadel-ganz-privat-ausstellung-blickt-ins-leben-der-welfen,adel-112.html (mit Video)

“Eine Ausstellung in Hannover gibt Einblicke in das Privatleben des hannoverschen Hochadels. Aus 33 Kisten mit mehr als 400 Objekten wurden ehemalige Besitztümer der Welfen ausgewählt. […] Die Gegenstände sollen “sehr persönliche Einblicke” in das königliche Privatleben des europäischen Hochadels gewähren, der zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert lebte. Zusätzlich vermittelten die Akten und Bücher einen Eindruck von den politischen und landesgeschichtlichen Entwicklungen dieser Zeit, erklärte die Leibniz Bibliothek. Die Gegenstände wurden den Angaben zufolge bereits 2023 einem Großantiquariat in Boston abgekauft und per Luftpost nach Hannover geschickt.”

https://www.ndr.de/kultur/kunst/niedersachsen/hochadel-ganz-privat-ausstellung-blickt-ins-leben-der-welfen,adel-112.html

2023 informierte die Kulturstiftung der Länder über den Erwerb der “Hofbibliothek” der Marienburg: “Bei der sogenannten Hofbibliothek handelt es sich um Manuskripte, grafische Kunstwerke und historische Drucke aus den Registraturen und Privatbibliotheken der Könige von Hannover und ihrer direkten Nachkommen. Ein Großteil des Konvoluts stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Originalausstattung des Schlosses Marienburg bei Hannover. Die Manuskripte stammen von Angehörigen des europäischen Hochadels, von Rechtsgelehrten, Historikern, Schriftstellern, Pastoren und Musikern.

Das Bibliotheks- und Archivgut umfasst Objekte aus der Zeit von König Ernst August (1771–1851) bis zu seinem Enkel Herzog Ernst August von Cumberland (1845–1923) und zeugt von der vielfältigen Einbindung des Welfenhauses in die europäische Politikgeschichte. Teil des Konvoluts sind auch viele eigenhändige Briefe, Texte, Zeichnungen, Reisetagebücher und Alben von zahlreichen Mitgliedern der hannoverschen Welfenfamilie, etwa des letzten hannoverschen Kronprinzen Ernst August, der britisch-hannoverschen Könige Georg III. und Georg IV. sowie des letzten hannoverschen Königs Georg V., aber auch der Königinnen Friederike, Schwester der Königin Luise von Preußen, und Marie, der Bauherrin der Marienburg. […]

Die Bibliothek befand sich bis 1999 in Privatbesitz der Nachfahren der Könige von Hannover und gelangte nach ihrer Veräußerung zuletzt an ein Antiquariat in Boston (USA). Sie wird künftig im Niedersächsischen Landesarchiv – Außenstelle Pattensen, im Schloss Marienburg sowie in der Gottfried Wilhelm Leibniz-Bibliothek aufbewahrt und im musealen Kontext der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.”

Ergänzend das MWK: “Die nun zurückerworbene Hofbibliothek hatte ein Londoner Antiquar vor knapp 25 Jahren gekauft. Im Rahmen von dessen Geschäftsaufgabe kamen die Stücke ins Bostoner Großantiquariat Ars Libri. Auch durch ein sehr großzügiges Entgegenkommen von Ars Libri gelang es, den gesamten Bestand für das Land Niedersachsen zu sichern. Von den Gesamtkosten von rund 100.000 Euro steuerte die Kulturstiftung der Länder etwa die Hälfte bei. 24.000 Euro kamen von der Stiftung Niedersachsen, der Rest wurde aus Museums- und Bibliotheksmitteln des MWK finanziert.”

Den Rückkauf erwähnten wir bereits 2024 in https://archivalia.hypotheses.org/210683.

Ölbild 1853 zum Thema Hexenprozesse – so nicht, Deutschlandfunk!

https://www.deutschlandfunkkultur.de/hexenverfolgung-kirche-glauben-religion-klima-buchdruck-100.html

Statt der Bildunterschrift “Bei Hexenprozessen galten auch angebliche Hexenmale am Körper der Beschuldigten als Beweise © picture alliance / Bildagentur-online / Sunny Celeste” wäre korrekt: Ausschnitt aus einem Ölgemälde von Thompkins H. Matteson über die Hexenprozesse von Salem 1853

Ich habe Gemini zur Bebilderung im journalistischen Kontext befragt:

“Das ist ein absolut berechtigter Kritikpunkt. In der Tat gibt es im Journalismus – gerade bei historischen Themen – oft eine gewisse „Bilderblindheit“. Historische Darstellungen werden häufig als bloße Dekoration missverstanden, anstatt sie als eigenständige Quellen mit eigener Agenda zu behandeln. Der DLF-Beitrag, den du ansprichst, tappt hier in eine klassische Falle: Ein Werk der Historienmalerei des 19. Jahrhunderts (oft romantisiert oder dramatisiert) wird zur Illustration von Ereignissen der Frühen Neuzeit genutzt, ohne den zeitlichen und künstlerischen Abstand zu thematisieren.

Hier sind die gängigen Empfehlungen und Richtlinien für den Umgang mit solchen Bildern:

1. Die Wikipedia-Empfehlung (Visual History)

In der deutschsprachigen Wikipedia gibt es unter Wikipedia:Artikel illustrieren und in den Fachredaktionen (wie Geschichte) klare Leitlinien. Die zentrale Empfehlung lautet: Vermeidung von Anachronismen: Ein Bild sollte idealerweise zeitgenössisch zum beschriebenen Ereignis sein. Quellenkritik in der Bildunterschrift: Wenn ein später entstandenes Bild (wie das von dir erwähnte Ölbild von 1853) verwendet wird, muss dies in der Bildunterschrift explizit erwähnt werden. Beispiel: Statt “Hexenverbrennung” sollte dort stehen: “Die Verbrennung der XY, Historiengemälde von [Maler], 1853. Das Bild spiegelt die Sichtweise des 19. Jahrhunderts wider.”

2. Empfehlungen des Deutschen PresseratsDer Pressekodex ist hier zwar allgemeiner, aber unter Ziffer 1 (Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde) und Ziffer 2 (Sorgfalt) lässt sich ableiten: Symbolbilder müssen gekennzeichnet sein: Wenn ein Bild nicht das reale Geschehen dokumentiert (was bei 1853 vs. Hexenprozesse faktisch unmöglich ist), sollte es als Symbolbild oder künstlerische Darstellung markiert werden, um den Leser nicht über den Dokumentationswert zu täuschen.

3. Standards der “Visual History” (Fachjournalismus)

Historiker und Medienwissenschaftler (z.B. über das Portal Visual History) empfehlen für Redaktionen folgende Checkliste:

Aspekt Empfehlung
Urheberschaft Wer hat das Bild wann und in welchem Kontext gemalt/fotografiert?
Intention War es Dokumentation, Propaganda oder (im Fall des 19. Jhd.) romantische Verklärung?
Zeitliche Distanz Ist das Bild eine Primärquelle (zeitgenössisch) oder eine Sekundärquelle (spätere Interpretation)?
Bildunterschrift Enthält sie zwingend das Entstehungsjahr des Bildes, nicht nur das Datum des Ereignisses?

Warum das beim Thema “Hexen” besonders kritisch ist

Gerade bei Hexenprozessen sind die Bilder des 19. Jahrhunderts oft problematisch, weil sie Klischees (wie den spitzen Hut oder bestimmte Folterszenen) erst popularisiert haben, die es so in der Frühen Neuzeit gar nicht gab. Ein ungekennzeichnetes Bild von 1853 verkauft dem Hörer/Leser des DLF eine Interpretation der Romantik als historische Realität.” (nur formal leicht redigiert)

https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Artikel_illustrieren

Auf Nachfrage gab die KI zu, dass ihre Checkliste so nicht im Portal Visual History zu finden ist.

Im Pressecodex heißt es: “Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden.” An der Sorgfalt mangelt es beim DLF, oder?

Bundesarchiv (D): Digitales Portal zur Reichskanzlei liegt in erweiterter Fassung mit mehr als 6.000 Dokumenten vor

https://aktenreichskanzlei.bundesarchiv.de/

https://www.bundesarchiv.de/nachricht/akten-der-hitler-regierung-nun-online-recherchierbar/

Die Benutzung des Angebots wird durch technische Probleme erschwert. Es gelang mir noch nicht, ein konkretes Protokoll aufzurufen.

27.4.2026 RD ergänzt https://www.welt.de/geschichte/article69e9ddf1af304ad3eb2296f0/akten-der-reichskanzlei-jetzt-online-wie-hitlers-reichsregierung-deutschland-in-den-krieg-fuehrte.html?icid=search.product.onsitesearch

Zur Geschichte der Necrologia Germaniae

Schau-ins-Land: Jahresheft des Breisgau-Geschichtsvereins Schauinsland 2021 ist online und damit auch Gabriela Signoris Aufsatz über die Günterstaler Memorialquelle.

https://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/schauinsland2021/0037

Ausführlich geht die Autorin auf Franz Ludwig Baumanns fragwürdige Editionspraxis ein.