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986 Scans Excerpta chronicarum

Herr Nuding vom Archiv des GNM war so freundlich, mir die URL eines vergessenen Digitalisats von Bd. 2 (nur hier überliefert!) der Chronik von Platterberger/Truchsess (Signatur FM-LOE-1 D.632) zu übermitteln:

http://ha.gnm.de/objekt_start.fau?prj=HA-ifaust&dm=Historisches+Archiv&ref=46327

Ich habe schon schlimmere Viewer und Digitalisate gesehen! Eine neue Präsentation (dann auch für Bd. 1) ist in Vorbereitung. Zur Quelle:

https://handschriftencensus.de/24488
https://www.geschichtsquellen.de/werk/4025 (aktueller als der Handschriftencensus)

15.5.2024 https://archivalia.hypotheses.org/201554

Über 500 wissenschaftliche Beiträge/Miszellen in Archivalia

Aus technischen Gründen musste die Liste der Miszellen leider zweigeteilt werden. Der Reiter Miszellen rechts oben führt zu den beiden Einzellisten:

https://archivalia.hypotheses.org/miszellen-seit-2016
2005-2015 https://archivalia.hypotheses.org/miszellen-2005-2015

Die Listen enthalten auch Schlagworte, sporadisch auch kurze Inhaltsangaben.

Heute ist Einsteins Geburtstag und Internationaler Stell-eine-Frage-Tag

https://www.wissenschaftsjahr.de/2022/aktionen/aktionstag

Das richtige Stellen von Fragen müsste viel mehr unterrichtet werden.

Nicht nur für Genealogen gilt:

NICHT AM KONTEXT SPAREN!!!!

Je mehr man über den historischen Kontext einer rätselhaften Quellenstelle mitteilt, um so besser kann man helfen. In welchem Dokument, aus welcher Zeit und in welchem Gebiet taucht der Begriff auf? Ist er selbstentziffert, wobei Lesefehler bei Laien häufiger sind als bei Fachkräften? Oder entstammt er einer gedruckten Quelle, von der es womöglich ein verlinkbares Digitalisat gibt?

Zum Thema ASK A LIBRARIAN

https://archivalia.hypotheses.org/128028
https://archivalia.hypotheses.org/123756

Eine der drückendsten Pflichten des Bibliothekars ist die, auch auf die trivialsten, unbedeutendsten und indiscretesten Fragen mit eben so viel Zuvorkommenheit und Nachsicht zu antworten, als auf die gelehrtesten und interessantesten Erkundigungen; er muss gleichsam sein eigenes Selbst verläugnen und sich gewissermassen mit jeder Person identificiren, die ihn befragt und nur zu oft seine Zeit und seine unversiegbare Gefälligkeit missbraucht. Das ist ein Opfer, welches er in seiner Stellung bringen muss. Da seine ganze Thätigkeit auf die Nützlichkeit seiner Bibliothek gehen soll, so muss er sich mit Resignation bewaffnen, wenn er die Erfahrung macht, dass das Publikum für die Wohlthaten, die es aus einem solchen Schatze zieht, nur dem Stifter Dank schuldig zu sein glaubt, und keineswegs dem Bibliothekar, dessen Obsorge und Thätigkeit allein alle Reichthümer derselben zu finden und mitzutheilen versteht.

Quelle

Tipps für Archivanfragen:

https://archivalia.hypotheses.org/140931

Wer hat heute eine Frage zu Archivalia?

Timbuktu Library

Notiz über die Verscherbelung der Adelsbibliothek der Freiherren von Liebenstein zu Jebenhausen ab 1999

Maria Magdalena Rückert schrieb mir gestern zur Adelsbibliothek derer von Liebenstein:

im Jahr 2020 hat mir ein Nutzer aus den Beständen der Bibliothek ein handgeschriebenes Kochbuch der Luise von Liebenstein, geb. Weimer aus dem frühen 19. Jahrhundert angeboten, das der zufällig bei einem Antiquar gefunden hatte, dann aber der Meinung war, dass es in den hiesigen Bestand PL 18: Archiv der Freiherren von Liebenstein, gehört (jetzt PL 18 Bü 326).

In diesem Zusammenhang teilte der Nutzer folgendes mit: „Es handelt sich um das Antiquariat Kümmerle in Göppingen, das vor einigen Jahren die Schlossbibliothek Jebenhausen ge- und verkauft hat. Außerdem wird mir Herr Kümmerle auch noch Fotos sämtlicher übernommener Buchtitel senden. Der Ankauf bildet zwar nur einen Teil der ehemaligen Bibliothek ab (ein Teil wurde 1999 verkauft, worüber keine Dokumentation existiert). Aber auch so bleibt zumindest ein Resteindruck der Bibliothek erhalten. Diese Fotos kann ich gern ebenfalls an das Landesarchiv abgeben.“ Der Leitzordner mit den Fotos der Buchtitel ist im Staatsarchiv Ludwigsburg eingegangen und hat die folgende Signatur erhalten: PL 18 Bü 327.

Mit der früheren Verkäufen hatte ich mich vor ungefähr 20 Jahren befasst, aber, abgesehen von kurzen Erwähnungen, nichts darüber publiziert. 2006 schrieb ich:1

Aus Südwestdeutschland hätte man aus den letzten Jahren bei kleinen Adelsbibliotheken die 1999 undokumentiert in den Handel gegebene Liebenstein’sche Bibliothek in Jebenhausen bei Göppingen zu nennen, in der sich ein Teil der Bibliothek des bedeutenden badischen Politikers Ludwig von Liebenstein befand.

Meine seinerzeitigen Unterlagen habe ich jetzt auf Anhieb nicht wiedergefunden, aber sonderlich viel hatte ich damals ohnehin nicht herausgebracht. Jebenhausen ist ein Stadtteil von Göppingen, aber das Stadtarchiv Göppingen konnte überhaupt nichts zu meiner Anfrage nach der Adelsbibliothek beitragen. Ich war auf die Verkäufe gestoßen, als ich in einem Freiburger Antiquariat Stücke aus der Bibliothek fand. Darunter waren zu meinem Entsetzen auch Bücher aus der Bibliothek des bedeutenden badischen Politikers Ludwig von Liebenstein (1781-1824). Das Generallandesarchiv Karlsruhe teilte mit, dass weitere Exemplare aus dessen Bibliothek in der Dienstbibliothek gelandet seien.2

Aus der Bibliothek erwarb ich in Freiburg einen äußerst raren Laßberg-Privatdruck (Sigenot, 1830). Mein Exemplar ist online auf Wikimedia Commons einsehbar. Es trägt die Nummer 784 im Bibliotheksbestand des Freiherrn G[ustav] A[dolf] von Liebenstein.

2003 recherchierte ich – vielleicht im Zusammenhang mit dem erworbenen Buch – im ZVAB nach Liebenstein-Bänden und stieß auf ein Angebot von Zisska & Kistner. Das Buch Lorenz von Westenrieder: Glossarium Germanico-Latinum (München 1816) mit goldgeprägtem Wappensupralibros von Maximilian von Preysing auf dem
Vorderdeckel wurde vom Autor verschenkt, wie aus dem vom Zisska freundlicherweise übermittelten Scan hervorgeht.

Im Januar 2005 schlug ich der Württembergischen Landesbibliothek den Erwerb eines Stücks aus der Bibliothek vor:

Mundart DREIZLER C. B. (Christian Benjamin). Schwäbische
Dorf-Predigten. Mit dem Porträt des Verfassers
(eingeklebte, ovale Originalfotografie). Verlag der
Expedition der Freya. Stuttgart. 1867. 64 Seiten. Hübscher
Halbleinwand-Einband der Zeit mit vergoldetem Rückentitel
u. marmorierten Deckeln. Mit eingebundener dekorativ ill.
Originalbroschur (Die ersten drei Blätter mit minimaler
Fehlstelle am rechten Rand) 20×14 cm
* Erste Ausgabe. Selten! Mit Exlibris “Bibliothek des
Freiherrn G. A. von Liebenstein” sowie einer 24 seitigen,
beigebundenen Handschrift von Freiherr v. Liebenstein,
betitelt “Schwäbische Bauern-Predigt auf das Neujahr 1840
Andere Lesart”

Vergeblich. Ich wandte mich an Helmuth Mojem (Deutsches Literaturarchiv Marbach), dem ich am 8. November 2005 mailte:

“bedauerlicherweise hat sich auch die wuertt.
landesbibliothek ohne autopsie gegen einen ankauf
entschieden. ich halte es fuer einigermassen betrueblich,
wenn moeglicherweise originale handschriftliche texte zur
schwaebischen literaturgeschichte in privatschatullen
verschwinden. von daher wuerde ich es begruessen, wenn Sie
es sich zur ansicht bestellen wuerden.

dass der freiherr in gaengigen nachschlagewerken nicht
auftaucht, hat nichts zu besagen. seine bibliothek
(undokumentiert in einem freiburger und goeppinger
antiquariat verscherbelt) hatte einen bemerkenswerten
germanistischen zuschnitt, wie ich in dem freiburger
antiquariat feststellen konnte, soweit dort buecher
einzusehen waren. ich selbst habe ex liebenstein einen
lassberg-privatdruck gekauft, der doch wohl als selten
gelten kann. bereits der beruehmte vater ludwig von
liebenstein, namensgeber einer strasse in karlsruhe und
parlamentarier, hat buecher gesammelt, auch sie wurden bei
der aufloesung der jebenhausener bibliothek in alle winder
zerstreut.”

Am 25. November 2005 schrieb mir Mojem zurück:

“heute kann ich Ihnen mitteilen, daß das Deutsche Literaturarchiv den
Band von Christian Dreizler erworben hat. Bei der eingebundenen
Handschrift handelt es sich um eine bisher unbekannte Fassung der
“Neujahrspredigt” – der ersten der vier in Dreizlers Buch gedruckten
Predigten in der Abraham a Sancta Clara-Tradition.3 Darauf wird auch in
dem Band handschriftlich verwiesen. Von wessen Hand diese Fassung
geschrieben wurde, kann ich nicht feststellen, da wir kein
Dreizlersches Autograph in unseren Sammlungen haben, doch glaube ich
nicht, daß es sich um eine Autorhandschrift handelt. Liebenstein, von
dem es einen Besitzeintrag in dem Büchlein gibt, scheidet ebenfalls
aus, doch könnte er einen Schreiber beauftragt haben. Wie dem auch
sei, es handelt sich offenbar doch um ein bemerkenswertes Dokument und
ich möchte mich nochmals für Ihren Hinweis darauf bedanken.”

Ohne Provenienzangabe und mit unzureichenden Metadaten findet man das Stück im Marbacher OPAC.

Die ritterschaftliche Familie von Liebenstein,4 die sich nach einer Burg bei Besigheim nannte, hatte 1467/68 Jebenhausen bei Göppingen erworben.5 Das heutige Barockschloss, in dem noch Angehörige der Familie leben, wurde 1686 erbaut. Wie wichtig die Bibliothek der Familie war, zeigt ein Eintrag im Archivfindmittel:6 “PL 18 Bü 76 Verzeichnis der von Ludwig August Friedrich von Liebenstein hinterlassenen Bücher und Karten, welche als Familienbibliothek erklärt wurden; bestätigt und besiegelt durch die Söhne Gustav Adolf [I.] und Karl [Ludwig Friedrich [II.] von Liebenstein” (1861). Schon Philipp Friedrich [II.] von Liebenstein hatte in seinem Testament 1791 bestimmt: “In der Bibliothek sollen alle juristischen, das Ritterwesen betreffenden, genealogischen und heraldischen Werke – insbesondere die Schriften des Reichskammergerichts-Beisitzers [Johann Ulrich] von Cramer und die des freiherrlich von kniestedtischen Konsulanten [Johann] Mader – zur Verfügung des jeweils regierenden Herren von Liebenstein behalten, auch gelegentlich ergänzt werden”.7

Gustav Adolf [I.] Freiherr von Liebenstein wurde 1824 in Durlach als Sohn des bereits erwähnten Ludwig von Liebenstein geboren und starb 1892 in Jebenhausen.8 Er war zeitweilig Militär in badischen Diensten. Aus der Ehe mit Marie von Orlando ging unter anderem Gustav Adolf [II.] (1853-1913) hervor, der aber als Auftraggeber des Bibliotheks-Exlibris nicht in Betracht kommt. Der ältere Gustav Adolf war nach Ausweis des Archivinventars lebhaft an der Familiengeschichte interessiert und legte entsprechende Sammlungen an. Seinen geistigen Interessen anhand der von ihm gesammelten Bücher nachzugehen, wird aufgrund der Zerstückelung der Bibliothek nicht möglich sein – einmal mehr wurde eine Adelsbibliothek als Geschichtsquelle9 zerstört.

Die im Handel derzeit noch angebotenen Bände der Bibliothek von G. A. von Liebenstein stammen fast alle aus dem 19. Jahrhundert.10 Der Freiherr besaß aber auch eine bibliophile Kostbarkeit aus der frühen Neuzeit, eine Ausgabe der Chronik des Johannes Naukler (Köln 1564, VD 16 N 169), die 1583 von Georg Freyberger für den Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn gebunden wurde (G. A. von Liebenstein Nr. 811). Ein vergleichbarer Einband wurde 2016 für über 16.000 Euro versteigert.11

Für 380 Euro bietet das Antiquariat Peter Fritzen in Trier eine Handschrift “Diktate über die Terrainlehre” an: “18,5 x 12 cm. 228 num. Seiten, [5] Bl. Mit zahlreichen Zeichnungen im Text. Privates Ganzleinen der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel. Rücken lichtrandig, Papier nur vereinzelt etwas stockig. Exlibris. Detailliertes Manuskript des Großherzoglich badischen Oberlieutenants im General-Stab H(einrich) von Renz, nach Ausweis des Titelblattes niedergeschrieben auf der Kriegsschule in Karlsruhe 1840. Mit brauner Tinte in flüssiger Kursive geschrieben. Das Buch ist gegleidert [sic!] in folgende Teile: Terrain-Bildung, Recognoscirung, Terrain-Aufnahme und Terrain-Darstellung. Bl. [3] (Ergänzung.) und der goldgeprägte Rückentitel (Zusatz.) weisen das Werk als Erweiterung von Franz August von Etzels Terrainlehre aus (Berlin ca. 1829, 2. Auflage 1834). Lithographiertes Exlibris der Bibliothek des Freiherrn G.A. von Liebenstein.” Ich habe die Badische Landesbibliothek zum Erwerb aufgefordert.

Da die Ansicht einer Berner Brücke von 1881 mit Nr. 3138 bezeichnet ist, darf man davon ausgehen, dass die Büchersammlung des G. A. von Liebenstein im 19. Jahrhundert aus weit über 3000 Büchern bestand.12 Sie vollständig zu rekonstruieren wird unmöglich sein.

#forschung

Schloss Jebenhausen 2015

  1. Oberschwäbische Adelsbibliotheken, http://eprints.rclis.org/7542/. Die anderen Erwähnungen: https://netbib.hypotheses.org/78600641 (2004); Adel als Leitbild (2005, S. 74, Freidok); https://archivalia.hypotheses.org/25737 (2008). []
  2. Auf ihn bezieht sich sicher auch der Druck von 1715, den die Nationalbibliothek Prag unverständlicherweise ohne das Exlibris “Aus der Bibliothek des Kreis-Directors Freiherrn von Liebenstein” digitalisiert hat: Manuscriptorium. []
  3. In schwäbischem Dialekt. Digitalisat der Ausgabe 1867: GBS. []
  4. GND.

    []

  5. Eine Bibliographie zur Familiengeschichte bis ca. 2000 bietet die Einleitung zum Online-Findmittel des Archivs im Staatsarchiv Ludwigsburg PL 18. Eine sehr knappe Familiengeschichte von Maria Magdalena Rückert: Die Herkunft der Familie von Liebenstein und ihre Besitzungen in Liebenstein und Jebenhausen. In: 800 Jahre Jebenhausen. Vom ritterschaftlichen Dorf zum Stadtbezirk (2006), S. 46–49 stellte mir die Autorin freundlicherweise zur Verfügung. Besonders wichtig ist: Kurt Andermann: Die Liebensteiner Chronik. In: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 62 (2003), S. 119-178. Andermann edierte und kommentierte (nach der Handschrift im Archiv der Freiherren von Gemmingen auf Burg Hornberg) eine in mehreren Handschriften überlieferte Familienchronik, die Oswald Gabelkover um 1600 wohl im Auftrag von Albrecht von und zu Liebenstein (1555-1608) verfasste (siehe Abbildung). – Online verfügbare ältere Literatur habe ich in der Wikipedia nachgewiesen.

    Liebenstein chronik albert.jpgLink

    []

  6. http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-626216. []
  7. So das Findmittel. Digitalisat: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-5887995-14. []
  8. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser 1918, S. 466 (Internet Archive). []
  9. Über ritterschaftliche Bibliotheken: Christine Reinle: Auf Spurensuche. Recherchen zu Bibliotheken der Ritterschaft im Süden und Südwesten des Alten Reiches. In: Rittersitze. Facetten adligen Lebens (2002), S. 71-109. []
  10. Aus dem 18. Jahrhundert fand ich gerade:

    M. Linguet: Mémoires sur la Bastille, et sur la Détention. Ècrits par lui-méme. London 1783 (Angebot von Hans Kümmerle, Göppingen).

    August Wilhelm Bernhard v. Uechtritz: Diplomatische Nachrichten adeliche Familien betreffend. Leipzig 1790. []

  11. http://www.antiquariat-danielmueller.de/epages/80570686.mobile/de_DE/;ClassicView=1?ObjectPath=/Shops/80570686/Products/041. []
  12. Angebot von Harteveld Fribourg (in Katalog 216 Nr. 339). Weitere Angebote mit Bibliotheks-Nummern:

    No. 59
    J. W. A. Jaeger: L’Allemagne en LXXXI Feuilles composé suivant les plus nouvelles observationes. Frankfurt am Main 1789 (Kiefer Pforzheim, Katalog 99, Nr. 4110)

    No. 285
    Album der Narrenzunft Mutzopolis vom Ostermontag 1863. Bern (Harteveld Katalog 265, Nr. 65)

    No. 3079
    Adolph Richter: Bleichsucht. Kurzgefaßte Anleitung zur Erkennung, Behandlung und Heilung von Bleichsucht und Blutarmuth. Leipzig 1880 (Katalog Zeller Lindau 133, Nr. 970). []

Holodomor

14.3.2022 “Im Tagesspiegel erinnert die Historikerin Ulrike von Hirschhausen an die Kriege, die Russland im 19. Jahrhundert gegen Polen und im Kaukasus führte, vor allem aber an den Hungerkrieg gegen die Ukraine in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts: “Ende 1933 waren rund fünf bis sechs Millionen Ukrainer durch Aushungerung getötet worden. Europäische Diplomaten und Journalisten der Zeit kannten die Fakten, aber der sowjetische Hungerkrieg gegen die Ukraine war bis 1990 im Westen wenig bekannt. Wie gelang es der sowjetischen Führung, die Lüge durchzusetzen, es habe keinen Hungerkrieg gegeben? Bereits während des Massensterbens verboten die sowjetischen Behörden den Begriff ‘Hungertod’ und wer das Wort benutzte, dem drohten fünf Jahre Gefängnis. Der Begriff ‘Hungersnot’ durfte erstmals 1987 überhaupt in der sowjetischen Ukraine öffentlich benutzt werden. Zum anderen vernichteten die sowjetischen Behörden die Sterbebücher der Jahre 1932/33, was ein wichtiger Schritt zum Verdecken der Tatsachen war. Der österreichische Schriftsteller Arthur Koestler konnte 1932 noch nach Charkiw reisen und hatte das Lügengebäude durchschaut: ‘Kein einziges Wort über die örtliche Hungersnot, das Aussterben ganzer Dörfer. Man bekam ein Gefühl traumhafter Unwirklichkeit, die Zeitungen schienen von einem ganz anderen Land zu sprechen…'”” (Perlentaucher, Hervorhebung von mir KG)

Sieg über Florenz: In Siena ist die Schlacht von Montaperti 1260 bis heute ein großes Ereignis

Schlachtengedenken in Italien:

https://www.sueddeutsche.de/leben/montaperti-siena-florenz-schlacht-1260-ghibellinen-guelfen-toskana-1.5540427

“Kein Wunder […], dass es in Siena die älteste noch operierende Bank der Welt gibt; Monte dei Paschi di Siena wurde 1472, gut 200 Jahre nach Montaperti, gegründet. Sie ist zwar in den vergangenen Jahren in schwerste Turbulenzen geraten, aber lange war Siena immateriell die Stadt der Jungfrau Maria, der sie sich angeblich kurz vor der Schlacht von Montaperti angelobte, und materiell die des Monte dei Paschi. […]

Noch heute kann man an zwei Pfeilern des Doms von Siena zwei lange Holzstämme sehen. Dies sind, so heißt es, die Zugstangen des Kriegskarren, den die Sieneser bei Montaperti benutzten. In manchen Quellen heißt es auch, es seien die Fahnenstangen des carroccio der Florentiner. Auf jeden Fall symbolisieren auch diese Hölzer für die Sieneser des 21. Jahrhunderts, dass man einmal, wenn auch nur für kurze Zeit und vor einem Dreivierteljahrtausend, über Florenz triumphiert hat.”

Siehe auch https://archivalia.hypotheses.org/136340

https://it.wikipedia.org/wiki/Battaglia_di_Montaperti

Dr. Yvonne Leiverkus ist neue Stadtarchivarin in Bonn

https://www.bonn.de/pressemitteilungen/maerz-2022/dr.yvonne-leiverkus-ist-neue-stadtarchivarin-in-bonn.php

Dr. Philipp Hoffmann wird Leiter des Stadthistorischen Zentrums:

https://www.bonn.de/pressemitteilungen/maerz-2022/neuer-leiter-zentrum-fuer-stadtgeschichte-und-erinnerungskulturen.php

Danke an WHD.

Düsseldorfer Kirchenaustritte im Kaiserreich

https://blog.archiv.ekir.de/2022/03/10/duesseldorfer-kirchenaustritte-im-kaiserreich/

„Denn gestützt auf meine persönlichen Erfahrungen und genaue Untersuchung in Schrift und Thaten, bin ich zur völligen Überzeugung gekommen, dass sämmtliche Glauben und Religionen wie sie alle heißen, von denen [es] ja eine ganze Menge giebt, nur Märchen aus dem Feenlande sind; von der Wissenschaft schon längst überwunden, existieren [sie] nur noch, um unter dem Mantel der sogenannten christlichen Liebe die größten Ungerechtigkeiten zu üben.“

ZZF-Historiker Winfried Süß gewinnt Rechtsstreit gegen Georg Friedrich Prinz von Preußen

https://idw-online.de/de/news789809

“Nach mehr als zwei Jahren rechtlicher Auseinandersetzungen hat Georg Friedrich Prinz von Preußen seinen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen Dr. Winfried Süß zurückgezogen.

Zuvor hatte das Kammergericht Berlin den Parteien seine vorläufige Rechtsauffassung mitgeteilt und festgestellt, dass die Berufung von Winfried Süß Aussicht auf Erfolg hat. Nach Ansicht des 10. Senats stand die Kritik an der Idee eines Mitspracherechts bei der Darstellung der Hohenzollern’schen Familiengeschichte in öffentlichen Museen und Ausstellungen als Meinungsäußerung unter dem Schutz des Grundgesetzes und war damit statthaft. Auch bei einer Einordnung als Tatsachenbehauptung wäre sie nicht unwahr gewesen.

Der Ausgang des Verfahrens ist ein Signal an alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sich nicht einschüchtern zu lassen.”