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Artfinding.de bietet Schwäbisch Haller Chronik an

https://www.artfinding.de/antiquaria/hochbedeutende-handschriftliche-schwaebische-chronik/ – Bilder

“TITEL
Chronica Der loblichen Reichs Statt S: Hal auch dero Lanndtschafften, Anfang und erbauwung etlier Schlösser Fn: und uff dem Landtwer diese erbauwet ,wider zerstört, durch die Krieg, oder sonsten eingefallen, herunter auch vonn Stifftung etlicher Clöster und Kirchen darinen zu finden wie fol:get.

ENTSTEHUNG
Schwäbisch Hall, um 1570

BESCHREIBUNG
Inhaltlich sehr reichhaltige und interessante Chronik der Stadt Schwäbisch-Hall und von Schwaben von den Anfängen des 13. Jahrhunderts bis ins Jahr 1567. Die Chronik enthält Tiefeneinblicke in die Geschichte Schwäbisch Halls, seiner Umgebung und des Landes Schwaben, insbesondere zur Geschichte der Reformation und der Bauernunruhen. So werden chronologisch die Entstehung, Erbauung der Stadt, der umliegenden Schlösser und Klöster, die Adelsgeschlechter und deren Ursprung aber auch verschiedene Kriegshandlungen, Belagerungen, Verbrechen, Unglücksfälle, Feuersbrünste, Unwetter und Kometen beschrieben.

Die Blatt 178-248 beschreiben die Ereignisse der Reformation und der Bauernunruhen. Hier finden u.a. Erwähnung:

1516: „ist ein guter Wein gewachsen“ (Bl. 178v).
1517: „gab es eine Theuerung“ (Bl. 178v).
1519: wurden die Würtenberger vertrieben (Bl. 179v) und Kaiser Maximilian I. ist verstorben.
1523: Detaillierte und illustrierte Beschreibung der Zerstörung von 23 Raubschlössern durch den Schwäbischen Bund (Bl. 182-190).
1524: Reformation der Kirchen zu Hall durch Johann Brenz (Bl. 191).
1525: Erste Auffruhr der Bawren im Allgäu (Bl. 192v) „Rottenburger Bawren Auffruhr: Doctor Andreas Carolstatt, der bessessen unsinnig mann …“ (Bl. 194), Hallischer Bawren Auffruhr (Bl. 195-198), Belagerung von Lorch (Bl. 200v-201), Beschreibung der „Empörung der Bawren“ in Dinkelsbühl, Ellwangen, Nördlingen, Würtenberg, Würzburg (inkl. dem Sturm vom Schloß Würzburg) und Thüringen. Ausführliche Beschreibung der Vorgänge um Thomas Müntzer (Bl. 206-209) und der Strafen für die niedergeschlagenen Bauern in den einzelnen Gebieten (Bl. 210-220).
Weitere Ereignisse der Reformation im gesamten dem Heiligen Römischen Reich, die Erwähnung finden:

1525: Kurfürst Friedrich von Sachsen stirbt.
1526: König Ludwig erschlagen.
1527: Krönung von Erzherzog Ferdinand zum König.
1529: Reichstag zu Speyer.
1530: Reichstag zu Regensburg.
1534: Das Ende des Schwäbischen Bundes.
1539: „Schmalkaldisch Bundt wurd auffgericht“.
1541: „Kaiser Carl 5. Zu Hall eingeritten“.
1542: Reichstag zu Regensburg und „König Ferdinand ritt zu Hall ein.
1543: Reichstag zu Nürnberg.
1544: Reichstag zu Speyer.
1545: Reichstag zu Worms.
1546: Anfang des Schmalkaldischen Kriegs sowie Neunzeiliger Eintrag über Luthers Tod. Auf den Blatt 233-248 ausführliche Darstellung des Niederganges des Schmalkaldischen Bundes und der Konflikte nach dem Sieg der kaiserlichen Truppen und der Markgrafenkriege zwischen Kurfürst Moritz von Sachsen und Heinrichs des Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel gegen Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach, inklusive der Belagerung von Leipzig, Frankfurt, Hof und Bayreuth sowie der Schlacht bei Sievershausen.
1557: „Markgraff Albrecht starb“.
1558: „Ferdinandus König Ferdinand wurd zum Kaiser erwehlt.“
Die Chronik endet mit einem Eintrag über die Belagerung von Gotha und der Festung Grimmenstein, bei der Wilhelm von Grumbach unterlag und hingerichtet wurde.
AUSSTATTUNG
Deutsche Handschrift auf Papier. Kanzleihandschrift in brauner Tinte mit bis zu 31 Zeilen. Kapitelüberschriften in Rot. Ein gemaltes Wappen von Schwäbisch Hall; zwei blattgroße, 31 große und 85 kleinere farbige aquarellierte Federzeichnungen von Städten, Klöstern und Schlössern sowie 170 aquarellierte Wappenzeichnungen. Text seitlich in Rot und Grün regliert. Kapitelüberschriften in kalligraphischer Fraktur. Die in einheitlicher Farbgebung aquarellierten Zeichnungen zeigen Ansichten, Belagerungs- und Schlachtszenen, Feuersbrünste, Turniere u. ä. sowie sehr zahlreiche kleinere Wappendarstellungen, die dekorativ in den Schriftspiegel eingebettet sind. Wasserzeichen Burg mit Tor und zwei Türmen mit Zinnen. Schriftspiegel ca. 26 x 15 cm; Blattgröße: 32,8 x 19 cm.

KOLLATION
277 Blatt: 1 nicht num. Blatt Titel; 1 nicht num. Blatt Vorwort; 246 (von 248) num. Blatt Chronik (1-248). Es fehlen die beiden Blatt 176/177. 17 Blatt Stiftung des Klosters Lomberg (Comberg?) bei Hall (249-266); 3 Blatt Heidnische Belzen zu der Grafschaft Wertheim gefunden (267-269); 6 nicht num. Blatt Register. Blatt 36-40, 64/65, 256 und 265/266 leer.

EINBAND
Prachtvoller goldgeprägter Ledereinband des 17. Jahrhunderts. Goldgeprägte Stempelrollen und Ornamentik. Fünf echte Bünde. Dreiseitiger Rotschnitt. Einband sorgfältig restauriert und unterledert. Aufbringung von ca. 95% der Originalsubstanz. Goldgrößtenteils oxydiert und abgerieben. Gute Erhaltung. Buchblock und Bindung fest und stabil. Folio: : 33,3 x 20,3 x 4 cm.

ZUSTAND
Gute bis sehr gute Erhaltung mit insgesamt geringen Gebrauchsspuren. Papier gleichmäßig leicht gebräunt. Partiell etwas finger- und stockfleckig. Ab Blatt 237 mit größerem Stockfleck. Zeichnungen oxydiert. Blätter 23, 26, 29 und 32 mit Loch bzw. Ausriss im Textbereich. Blatt 136 oben mit großem Einriss. Sonst tadellose und nahezu frische Erhaltung.

PROVENIENZ
Hamburger Privatsammlung.

KULTURGUT SICHER ERWERBEN
Hiermit wird die einwandfreie Herkunft der vorliegenden Handschrift bestätigt. Das Werk ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter und wurde mit der LostArt-Datenbank abgeglichen. Es besteht eine Ausfuhrgenehmigungspflicht gemäß den geltenden gesetzlichen Bestimmungen.

Preis
75.000 €”

Die heidnischen Funde zu Wertheim sind typisch für eine Fassung von Widmanns Chronik (ed. Kolb, Internet Archive; die Ausgabe ist dem Anbieter nicht bekannt).

Über Schwäbisch Haller Chroniken: https://archivalia.hypotheses.org/73225

Klarissen von Gnadental in Basel speisten gern im Warmen

Basler Bodenforscher und Bodenforscherinnen haben eine gut erhaltene Warmluftheizung entdeckt, über der das Refektorium lag. BK wies mich darauf hin:

https://www.bs.ch/medienmitteilungen/pd/2026-ueberraschend-gut-erhaltene-warmluftheizung-des-mittelalterlichen-frauenklosters-gnadental-ausgegraben

Über das Kloster https://www.helvetiasacra.ch/de/book/V_1?page=545

#histmonast

Heinrich Toke 1451 gegen das Hostienwunder von Wilsnack

Ernst Breest, Die Synodalrede des Domherrn Dr. Heinrich Tocke von Magdeburg; gehalten auf dem Provinzialkonzil zu Magdeburg im Juni 1451, in: Blätter für Handel, Gewerbe und sociales Leben. Beiblatt zur Magdeburgischen Zeitung (1882) S. 167-168, 174-180
https://archive.org/details/tocke_synodalrede_wilsnack

Zum Text: https://geschichtsquellen.de/werk/1869

Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte komplett online

Das 2024 begonnene Projekt konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Bei einigen der letzten Jahrgänge (die Zeitschrift erschien bis 1936 und wurde durch die Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte abgelöst) mussten die Jahrgänge durch Digitalisate der einzelnen Beiträge zusammengestückelt werden.

https://de.wikisource.org/wiki/W%C3%BCrttembergische_Vierteljahrshefte_f%C3%BCr_Landesgeschichte

Wer weiß, wann die WLB in den 1930er Jahren ankommt …

Mechthild von der Pfalz und die Literatur an ihrem Rottenburger Hof

Der in der Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 84 (2025), S. 83-99 (die Marburger Professorin, die ihn schrieb, bleibe ungenannt) erschienene Aufsatz ist ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte: mit schlechter Literaturkenntnis die gleichen Quellen ergebnislos hin und her wendend, neue Funde dabei ignorierend.

Püterichs Bücherkatalog: 2015 stellte ich eine bessere Überlieferung vor, Frank Fürbeth edierte sie 2020: https://www.handschriftencensus.de/25502.

2015 schrieb ich: “1991 hatte Felix Heinzer auf ein wichtiges Zeugnis aufmerksam gemacht, das leider nur in Zusammenfassung durch Martin Crusius erhalten ist: ein 1468 entstandenes deutschsprachiges Reimpaargedicht ‘Pfauenherz’ (“Pfowenhertz”) eines Autors, der sich als Sohn des Dichters Hermann von Sachsenheim zu erkennen gibt (möglicherweise der Hirsauer Mönch Michael von Sachsenheim). Es rühmt die Tugenden Erzherzogin Mechthilds. Anscheinend hat die literaturwissenschaftliche Forschung keine Notiz von diesem Hinweis genommen.” Das gilt auch hier.

Die LGV sucht eine neue Bleibe für Archiv und Bibliothek

Seit 1884 verbindet die „Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg“ Gesellschaft und Wissenschaft mit dem Ziel, die Geschichte der Metropolregion Berlin-Brandenburg zu erkunden, zu erforschen und zu vermitteln. Als gemeinnütziger Verein mit Sitz in der Bundeshauptstadt stehen seine Aktivitäten allen Interessierten offen – Mitgliedern wie Bürgerinnen und Bürgern gleichermaßen. Nun hat die Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin der Vereinigung zum 31. Dezember 2027 den seit 1954 bestehenden Mietvertrag gekündigt. Archiv, Bibliothek und Veranstaltungsort sind damit gefährdet. Gesucht werden neben einem Veranstaltungsraum geeignete Bibliotheks- und Archivmagazine mit ca. 350 m². Zum Sammlungsprofil zählen u. a. 150 Nachlässe bedeutender Forscherinnen und Forscher sowie eine wissenschaftliche Spezialbibliothek mit über 80.000 Nachweisen.

Weitere Informationen zu dieser unerwarteten wie enormen Herausforderung sind hier hinterlegt.

lgv praesentation 2026

 

#histverein

Der Agrarhistoriker Theodor Knapp (1854-1941)

Da sich der Württemberger in vielen Publikationen mit dem Bauernstand befasst hat, ist die Bezeichnung als Agrarhistoriker angemessen. In den letzten Tagen kamen auf der Wikisource-Seite des Tübinger Pädagogen

https://de.wikisource.org/wiki/Theodor_Knapp

einige Publikationen dazu, desgleichen das von Adolf Diehl publizierte Schriftenverzeichnis.

*Zur Geschichte der Landeshoheit. In: Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte NF 38 (1932), S. 9-112
* Gedankenlosigkeiten und Nachlässigkeiten im schriftlichen Sprachgebrauch. In: Festgabe für Karl Bohnenberger, Tübingen, zum 75. Geburtstag 26. August 1938. Beiträge zur Geschichte, Literatur und Sprachkunde vornehmlich Württembergs. Tübingen 1938, S. 351-360
* Zur Geschichte der akademischen Würden vornehmlich an der Universität Tübingen. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 2 (1938), S. 48-116
* Über Marksteine und andere Grenzbezeichnungen, vornehmlich im südwestlichen Deutschland. In: Grenzrecht und Grenzzeichen [Theodor Knapp zu seinem 85. Geburtstag] / Beiträge von A. Diehl … Freiburg i. Br.: Herder, 1940 (= Das Rechtswahrzeichen Bd. 2), S. 1–45

Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte

Vor über einem Jahr meldete ich die Digitalisierung der Schriften (2. Reihe, Zeitschrift), was aber Herr Wieske überlesen hat:

https://histoblogsh.hypotheses.org/10153

Zurecht bemängelt er das Fehlen eines Hinweises auf der Website des Vereins.

Was ist aber mit der 1. Reihe, in der Monographien erscheinen? Die älteren Bände findet man als Digitalisate bei Wikisource nachgewiesen:

https://de.wikisource.org/wiki/Schriften_des_Vereins_f%C3%BCr_Schleswig-Holsteinische_Kirchengeschichte._I._Reihe