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Handschriftencensus lässt selbst dicke Irrtümer lange unberichtigt (II)

Ich sollte mich wirklich schämen, dass ich unverdrossen diesem Stümper-Unternehmen Ergänzungen und Korrekturen liefere.

Im August machte ich darauf aufmerksam, dass die Ehrenbrief-Handschrift nicht aus Heiligenkreuz, sondern aus Herzogenburg stammt. Und dass ich dies bereits 2009 mitgeteilt hatte.

http://archiv.twoday.net/stories/6482548

Nun erhielt ich die Mitteilung über eine Änderung an dem betreffenden Eintrag, der nun das Datum November 2010 trägt – und den Irrtum weiter fortschleppt!

http://www.handschriftencensus.de/8840

Vier neue Bibliotheken nehmen an Gallica teil

http://blog.bnf.fr/gallica/?p=2094

Aus Bibliotheken in Aquitanien stammen zwanzig digitalisierte Handschriften, die in einem schicken Viewer präsentiert werden, z.B.

http://www.divvaroom.com/book/bnsa/MS03553

Wenn man aber mit Chrome auch nach langem Warten keine einzige Seite sehen kann und das Mistding den Browser zum Absturz bringt (was bei Chrome eher selten geschieht) wünscht man sich stattdessen den DFG-Viewer oder den von mir perhorreszierten METS-Viewer.

Gazette du livre médiéval

http://www.palaeographia.org/glm/glm.htm?page=glm_best

Eine Auswahl von Beiträgen online, darunter auch:

« Ce sont amis que vent emporte… » :
quelques réflexions autour des collections privées, des collectionneurs, du marché du manuscrit…
[G. LANOË, GLM n° 32, printemps 1998]

Dort nicht online, wohl aber in Archivalia:

http://archiv.twoday.net/stories/5867467

Wie der Handschriftencensus seine Beiträger warten lässt

Am 3.1.2010 teilte ich dem Handschriftencensus folgende Ergänzungen zu St. Petersburg, Nationalbibl., Lat. O. v. XIV.6 mit. Heute erhielt ich die automatische Benachrichtigungsmail über die Änderung des Beitrags. Nachdem die Beschaffung des Mikrofilms, den ich später dem Stadtarchiv Reutlingen zur Verfügung stellte, damals eine ziemlich aufwändige Angelegenheit war, halte ich es für völlig unangemessen (jedenfalls bei dem Standort St. Petersburg) dem Benutzer diese absolut nützliche Information vorzuenthalten.

Das ist natürlich kein Einzelfall. Abgesehen von der unzumutbar langen Wartezeit ärgerte ich mich häufig über weggelassene Informationen, die in vergleichbaren Einträgen durchaus aufgenommen wurden.

http://www.handschriftencensus.de/18578

Heinz Alfred Gemeinhardt, Die Belagerung Reutlingens an Pfingsten 1247. Erinnerung an ein wichtiges Datum der frühen Stadtgeschichte, in: Reutlinger Geschichtsblätter NF 36 (1997), S. 189-220, hier 199f. mit Abbildung S. 200
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Spechtshart_chronik.jpg
Bl. 1v-2r
Ein Mikrofilm der Handschrift befindet sich unter der Signatur S 165 Nr. 54 im Stadtarchiv Reutlingen
Eberhard Stiefel, Leben, Wirken und Werke des Hugo Spechtshart von Reutlingen, in: Reutlinger Geschichtsblätter NF 24 (1985), S. 7-169, hier S. 18, Abb.n S. 101-103: 30v-31r, 31v-32r, 34v-35r, 35v-36r, 42v
Wolfgang Wille, Die Reutlinger Stadtschreiber des 14. Jahrhunderts und ihre Urkunden, in: Reutlinger Geschichtsblätter NF 37 (1998), S. 165-230, hier S. 193 hält es für möglich, dass der Chroniktext in Buchschrift von Hugo von Reutlingen selbst geschrieben wurde und für sicher, dass die Glossen von ihm in seiner Urkundenschrift geschrieben wurden.
Gillert 1881
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Forschungen_zur_deutschen_Geschichte_21.pdf

Kaiser-Heinrich-Bibliothek: Digitalisate der SB Bamberg

http://bsbsbb.bsb.lrz-muenchen.de/~db/ausgaben/index.html

“Die Staatsbibliothek Bamberg verfügt mit 165 Kodizes und Handschriftenfragmenten, die nachweislich oder mit großer Wahrscheinlichkeit auf Kaiser Heinrich II. (gest. 1024) zurückgehen, über die weltweit einzige geschlossen erhaltene kaiserliche Bibliothek des frühen Hochmittelalters. Diesen einzigartigen Bestand einem größeren Benutzerkreis zugänglich zu machen und seine Erforschung zu erleichtern ist das zentrale Anliegen dieses Projekts, das voraussichtlich 2012 abgeschlossen sein wird.”

Literaturdokumentation zu Handschriftenbeständen

Wer kennt weitere Seiten?

A Kooperative Projekte

Handschriftencensus
?s=handschriftencensus

Italien
BibMan
http://bibman.iccu.sbn.it
Siehe http://archiv.twoday.net/stories/72145

Österreich (nur bis 2005)
http://www.ksbm.oeaw.ac.at/lit

http://Peraldus.ch (privates Unternehmen)
http://www.peraldus.ch/index.html

Scriptorium, Gesamtindex der Zeitschrift
http://www.scriptorium.be

Tirol (mit UB Innsbruck)
http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/collection.jsp?id=2000

B Einzelne Bibliotheken

Erfurt/Gotha: Universität und Forschungsbibliothek
http://opac.uni-erfurt.de/DB=8/LNG=DU
Siehe Kommentar!

Frankfurt, Universitätsbibliothek
http://www.ub.uni-frankfurt.de/hsn/hsnlit.html

Köln, Dombibliothek (wird nicht weitergeführt)
http://www.ceec.uni-koeln.de/projekte/CEEC/texts/literaturauswahl.htm

München, Staatsbibliothek
http://www.bsb-muenchen.de/Forschungsdokumentation.172.0.html

Paris, BN
Siehe Kommentar!

St. Gallen, Stiftsbibliothek
http://www.stiftsbibliothek.ch/site/content.asp?typ=Bibliothek&category=02$Katalog&lang=DE

Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek
Nur: Ehemals Donaueschinger Handschriften (Stand 2002)
http://wiesel.wlb-stuttgart.de/referate/hschriften/barack

Wien, Österreichische Nationalbibliothek
http://www.onb.ac.at/sammlungen/hschrift/bibliographie.htm

Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek
http://194.95.134.232/mssdoku/detail.php

21.11.2017
SUB Hamburg
http://fachwelt.sub.uni-hamburg.de/cn/stabi-arbeitshilfen/doku-datenbank.html

30.12.2017
Forschungsdokumentationskatalog der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha
http://opac.uni-erfurt.de/DB=8/LNG=DU/

Münchener Museum für Philologie des Mittelalters und der Renaissance

http://de.wikisource.org/wiki/Friedrich_Wilhelm

Nachdem HathiTrust freundlicherweise die drei vor 1923 erschienenen Bände der stark handschriftenkundlichen Zeitschrift des Germanisten Friedrich Wilhelm für US-Bürger geöffnet hatte, sind sie im Internet Archive allgemein einsehbar.

Viele Helmstedter Handschriften online

Thomas Stäcker hat zwar in Wolfenbüttel mündlich behauptet, es seien insgesamt schon 400 Handschriften seines Hauses online, aber so viele zähle ich bei weitem nicht:

http://www.hab.de/bibliothek/wdb/mssdigital.htm

Klar ist allerdings, dass der Handschriftencensus wieder nichts davon mitbekommen hat, siehe z.B.

http://www.handschriftencensus.de/17117 Gandersheimer Reimchronik

Juhuuuuu! Heinrich Stegmüllers wunderbarer Kalender (ehemals Hofbibliothek Donaueschingen) ist nicht länger verschollen

Einige wenige Donaueschinger Handschriften wurden von Seiner Schamlosigkeit Heinrich Prinz von Fürstenberg nicht 1993 ans Land Baden-Württemberg verkauft, sondern zu einem unbekannten Zeitpunkt unter der Hand verscherbelt.

Der in Buchau 1443 geschriebene Kalender des Heinrich Stegmüller von Wiesensteig wurde 2004 von Lawrence J. Schoenberg erworben und wurde jetzt von der UPenn digitalisiert:

http://hdl.library.upenn.edu/1017/d/medren/4842563

Würde mich nicht wundern, wenn der Handschriftencensus das in üblich mieser Weise ohne Hinweis auf mich meldet:

http://www.handschriftencensus.de/7307

Update zu: http://archiv.twoday.net/stories/5544367

Update: Am 16.2.2011 fehlt immer noch jeder Hinweis im Handschriftencensus auf das Digitalisat.

Im August 2011 wurde der Beitrag, der ja auch meinen Namen trägt, bearbeitet – ohne den Standort bzw. das Digitalisat zu nennen. Am 6.2.2012 schrieb ich dem Hsc: ENTWEDER man teilt endlich den heutigen Standort des Codex mit, den ich Ende 2010 veröffentlichte:
http://archiv.twoday.net/stories/8418200
ODER ich muss darum bitten, dass man meinen Namen aus der Urheberzeile UNVERZÜGLICH STREICHT. ich stehe nicht mit meinem Namen für völlig veraltete und den Benutzer in die Irre führende Informationen ein.

Zur Überlieferung der Greisenklage

Bei Recherchen zur angeblichen Chronik des Wenzel Gruber und zur Überlieferung des Reimpaargedichts “Greisenklage” stieß ich auf einen interessanten Beitrag im Internet, an den ich mich nicht mehr erinnerte:

http://www.aedph-old.uni-bayreuth.de/2004/0330.html

Es handelt sich um eine Mail an die Mailingliste Mediaevistik vom 27. November 2004 (von mir abgesandt).

Der Handschriftencensus hat bislang weder Mücks Aufsatz ausgewertet noch von meinem damaligen Nachweis einer weiteren Augsburger Handschrift Kenntnis genommen.

http://www.handschriftencensus.de/werke/2462

Ich schrieb: “Ein Blick ins Internet widerlegt die ohnehin nicht
schluessige Hypothese von Mueck, Hans von Trenbach haette
die Greisenklage verfasst. Abgesehen davon, dass
die Redaktionsgeschichte bei Mueck zu kurz kommt (die
Ueberlieferung in der Trenbach-Chronik muesste ja
textgeschichtlich am Anfang stehen, wenn Hans von Trenbach
sie verfasst haette), kann die vermutete Abfassung in den
1460er Jahren durch zwei neue Textzeugen aus dem 2. V. des
15. Jh. zurueckgewiesen werden.”

Diese beiden Handschriften (nur die St. Galler ist im Handschriftencensus vermerkt) wiesen meine Ergänzungen zur Liste von Mück nach:

“Ergaenzungen:
St. Gallen, Stiftsbibl. cod. 594, p. 400-402 (1430/40 von
Friedrich Kölner geschrieben)
Greisenklage= “Von dem vngelebten vnd vnwerden alter des
menschen”
Beschreibung und Identifizierung von Nigel Palmer
http://users.ox.ac.uk/~npalmer/kat.pdf

Augsburg 2° Cod. 307, 97rb (2. V. 15. Jh.) Inc. “In iugend
was ich lieb und werd …”
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0206_c097_JPG.htm

Zimmernsches Vergaenglichkeitsbuch 1540er Jahre (davon
weitere Abschriften)
http://www.ds.unizh.ch/kiening/vergaenglichkeitsbuch
http://www.ds.uzh.ch/kiening/vergaenglichkeitsbuch
Faksimile mit Transkription”

Inzwischen sind als Handschriftendigitalisate hinzugekommen:

Heidelberg Cpg 98
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg98/0427

Dresden M 209
http://digital.slub-dresden.de/ppn278681387

[Update: Auch das Liederbuch der Clara Hätzlerin ist online:

Anleitung, es bei http://manuscriptorium.com aufzufinden: http://www.handschriftencensus.de/3722

Januar 2015: Online sind auch die Frankfurter

http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/msma/content/pageview/3656674

die Harvard-Handschrift

http://nrs.harvard.edu/urn-3:FHCL.HOUGH:4871475?n=83

und die von Claus Spaun in Augsburg:

http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00087338/image_71 ]

An Editionen finde ich online:

Wattenbach aus Clm 641
https://www.archive.org/stream/anzeigerfurkunde20germ#page/n79/mode/2up

Haltaus aus dem Liederbuch der Clara Hätzlerin zu Augsburg (Prag NM X A 12)
http://books.google.com/books?id=hqTZAAAAMAAJ&pg=PA41

Freyberg aus Hunds Stammenbuch Bd. III, der auf die Trenbeck-Chronik zurückgeht
http://books.google.com/books?id=Jl5HAAAAYAAJ&pg=PA726

Aus St. Gallen 594 edierte den Text
Barbara Christine Stocker, Friedrich Colner, Schreiber und Übersetzer in St. Gallen 1430-1436 (mit Beigabe der deutschen Wiborada-Vita in dynamischer Edition) (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 619), Göppingen 1996, S. 18

Der Einblattdruck, der die Greisenklage überliefert, gehört nach Augsburg und ist keine Inkunabel, sondern um 1508/12 zu datieren:
http://gesamtkatalogderwiegendrucke.de/docs/GWX159B.htm

Dass die Gruber-Chronik eine Quellenfiktion darstellt, zeigt schon ein Blick in die Vorrede, die in einem Werk aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts vollständig anachronistisch wäre.

http://books.google.com/books?id=vhcXAAAAYAAJ&pg=RA1-PA75 (US-Proxy)

Wenn zutrifft, was Hund (bei Freyberg S. 719) schreibt, dass Gruber einen Ulrich Trenbeck auf dem Zürcher Turnier von 1165 auftreten ließ, so ist die Entstehung im 16. Jahrhundert erwiesen, da das Turnier von Rüxner erfunden wurde.

Update: Klaus Graf: Fiktion und Geschichte: Die angebliche Chronik Wenzel Grubers, Greisenklage, Johann Hollands Turnierreime und eine Zweitüberlieferung von Jakob Püterichs Ehrenbrief in der Trenbach-Chronik (1590). In: Mittelalter. Medieval Studies Blog vom 28. Februar 2015
https://mittelalter.hypotheses.org/5283 (und weitere Online-Nachweise)

#forschung

Einblattdruck der Greisenklage
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Greisenklage_einblattdruck.jpg

Das Elend mit manuscriptorium.com

http://www.manuscriptorium.com

Einem Link der Europeana folgend, kam ich auf eine Seite, die eigentlich zu einer St. Pöltener Handschrift online führen sollte. Irgendwelche Inhalte scheinen derzeit, nachdem am 13. Oktober von http://beta.manuscriptorium.com umgestellt wurde und der Content offiziell kostenfrei ist (aber anders als die Beta-Version offenbar nur nach Registrierung und Zustimmung zu einem Lizenzvertrag), aber nicht mehr einsehbar zu sein, da die Suche keine Treffer mehr erbringt und die Indexdateien deaktiviert sind. Eine Registrierung hilft auch nichts.

Das Ganze ist ohnehin ein denkbar benutzerunfreundliches Schrott-Angebot, das eigentlich tolle Inhalte böte, wenn es denn einigermaßen funktionieren würde. Aber im Augenblick geht nichts. Ich hoffe sehr, dass die Partner den Projektverantwortlichen mal auf die Füße treten.

Update: Inzwischen sind die Inhalte wie bisher ohne Registrierung einzusehen (die scheußlichen Wasserzeichen stören aber nach wie vor).

Rheinauer Predigtsammlung

Neues vom Handschriftencensus: Hermann-Josef Müller (Rhens/Rheinland-Pfalz) macht darauf aufmerksam, daß Nigel F. Palmer bereits 2004 auf eine zweite vollständige Handschrift der ‘Rheinauer Predigtsammlung’ hingewiesen hat, die sich heute in der Einsiedler Stiftsbibliothek befindet. Die im 2009 erschienenen Engelberger Handschriftenkatalog von Odo Lang ausführlich beschriebene Handschrift wurde von der gleichen Schreiberin, der zwölfjährigen Verena, geschrieben wie der bereits bekannte Zürcher Codex.

Mit Benutzung von Google Book Search hätte es des Hinweises nicht bedurft, denn dort offeriert bereits die Trefferliste den Fund von Palmer auf dem Präsentiertablett:

http://tinyurl.com/36xhkcf

Der Handschriftencensus hat im übrigen bislang auch die Arbeiten von Wilkinson zur Rheinauer Predigtsammlung übersehen. 2006 hat er eine Teilausgabe mittelhochdeutsch-englisch des Texts vorgelegt.

Thomas Fisher Digital Manuscripts

22 Handschriften der Fisher Library (U Toronto), einige davon auf Latein, liegen komplett digitalisiert vor:

http://fisher.library.utoronto.ca/resources/fisher-digitized-manuscripts

Nicht glücklich gelöst ist der Zugriff auf die Beschreibungen. Die ausführliche Version ist anscheinend nur bei Aufrufen von MARC-View einsehbar.

Berliner Handschriften in der Jagiellońska Biblioteka Cyfrowa online

Autographen aus dem Besitz von Meusebach:

http://fbc.pionier.net.pl/id/oai:jbc.bj.uj.edu.pl:39

Was mag es mit diesem Hausbuch von 1515-9 auf sich haben?

http://fbc.pionier.net.pl/id/oai:jbc.bj.uj.edu.pl:216

Wie üblich lässt einen der Handschriftencensus allein, der es wieder einmal nicht für nötig hält auch nur die Basisdaten zu liefern:

http://www.handschriftencensus.de/22593

Die findet man in dem dort verlinkten Dokument von Palmer:
http://users.ox.ac.uk/~npalmer/kat.pdf