https://doi.org/10.1126/sciadv.aeh3571
#aura
Weniger als die Hälfte verlinkt
https://www.medievalists.net/2026/08/medieval-manuscripts-czech-online/
Wo man in Ermangelung eines Blogeintrags die anderen auf dem unglaublich schrottigen Portal Manuscriptorium (eine Schande für Europa) findet, erfährt man nicht.
https://maniculae.de/index.php/maniculae/article/view/104 bzw. später https://doi.org/10.21248/maniculae.92
Heute erhielt ich die Mitteilung über die Veröffentlichung. Am 1. August hatte ich das Manuskript Jürgen Wolf übermittelt, der es am 3. August der Redaktion weiterleitete. Das wertvolle Peer Review war schon am 8. August absolviert.
Der Beitrag identifiziert, anknüpfend an den Hinweis vom 15. Oktober 2025 https://archivalia.hypotheses.org/239790 die meisten der 40 geistlichen deutschen Handschriften im Katalog XXIII der Augsburger Antiquariatsbuchhandlung Fidelis Butsch 1847.
Schlagworte: Handschriftenhandel, Buchhandlung Fidelis Butsch Augsburg, Chorfrauenstift Inzigkofen, Dominikanerinnenkloster Medingen
Die Monographie von Christine Glassner 2019 über die Melker Handschriften ist nun frei zugänglich.
https://austriaca.at/6493-7inhalt?frames=yes
#histmonast
Die schmale Handschrift BSB München Cgm 4692 (Handschriftencensus), die nur den Brief Isidors von Kiews in deutscher Fassung und einen Sultansbrief enthält, ist online.
https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00165446-7
Sie wurde 1453/72 von der Dominikanerin Els Schürstab im Nürnberger Katharinenkloster geschrieben.
Der Handschriftencensus weiß von einer weiteren Überlieferung in Budapest. Bei Inserten in historiographischen Werken ist das Vorgehen des Handschriftencensus uneinheitlich. Zu prüfen ist, ob die Wiedergabe einer “ziemlich freie[n]” deutschen Bearbeitung in der Redaktion T der Nürnberger Jahrbücher des 15. Jahrhunderts, die in den Varianten der Ausgabe (Chroniken der deutschen Städte 4, S. 200, GBS) versteckt erwähnt wird, mit unserem Text übereinstimmt. Keine Handschrift dieser Redaktion ist online. T ist Weimar HAAB F 86.
Der Germanist Walter Röll erwähnte dieses Zeugnis, als er einen zweiten Brief Isidors von Kiew in der Byzantischen Zeitschrift 69 (1976), S. 13-16 aus Clm 9711 edierte. Für den ersten Brief aus Kreta vom 8. Juli 1453, dem unsere Übersetzung gilt, nennt er einige Handschriften und gibt den Abdruck bei Migne Patrologia Graeca 159, Sp. 963-956 (HathiTrust) an, nicht jedoch die maßgebliche Edition in den Deutschen Reichstagsakten (Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Friedrich III. 5/1, Ältere Reihe 19/1, 1969, S. 325-338 Nr. 40), die der internationalen Forschung entgangen ist (Akishin 2018, Academia.edu, russisch; Pertusi 1976, Internet Archive), die aber von Martina Giese/Karoline Döring in der Byzantinischen Zeitschrift 2015 (Der Briefbericht des Frater Simon über den Fall von Konstantinopel 1453, HU Berlin) genannt wird. Auch Karin Schneiders Beschreibung des Cgm 4692 nennt nur D’Achery: Spicilegium 3, 793f. (HathiTrust) und die Patrologia Graeca.
#publizistik
Unklar ist die Zukunft des Portals Manuscripta.at. Seit November 2025 wurden keine Digitalisate eingetragen. Hoffen wir, dass es irgendwann in den nächsten Jahrzehnten weitergeht …
Von daher ist es nicht verwunderlich, dass bei dem ehemals auf der Burg Kreuzenstein befindlichen historiographischen Sammelband
https://manuscripta.at/?ID=4986
der neue Standort und das Digitalisat auf Manuscriptorium nicht eingetragen wurde. Bei der Versteigerung von Ms. 691 der Schøyen Collection bei Christie‘s 2024 gelangte der Codex in Prager Privatbesitz, wurde aber gemeinsam mit einer guten Beschreibung vom April 2025 ins Netz gestellt:
Von den in den Geschichtsquellen berücksichtigten Texten gibt es nur von Langensteins Epistola pacis eine Überlieferungsübersicht, in der das Digitalisat zu vermerken wäre:
https://geschichtsquellen.de/werk/2728
Es ist auch im gerade eben aktualisierten Beitrag zu den online verfügbaren Handschriften der Flores temporum zu registrieren.
Abfrage nach digitalisierten Handschriften mit deutschen Texten:
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:31-138474
Weitere Überlieferung in der verlinkten Beschreibung von Franziska Schaudeck.
#fnzhss

Badische Landesbibliothek Cod. Donaueschingen C III b 27. Die URN des Digitalisats ist noch nicht registriert!
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:31-417880
Die Beschreibung (2025) von Katrin Sturm (Handschriftenportal) ist grob fehlerhaft. Zum Inhalt heißt es:
Die Chronik des Klosters Inzigkofen ist überliefert in der Hs. Sigmaringen, Fürstlich Hohenzollernsche Hofbibliothek, Hs. 68; sie wurde 1525 begonnen und endet mit dem Jahr 1802. Von den ursprünglichen vier Bänden sind allerdings nur noch drei Bände vorhanden. Der erste Band der originalen Chronik ist verloren und nur in zwei Abschriften erhalten: (1) Stuttgart, Hauptstaatsarchiv, Bestand J1, Hs. 180, Bd. III, S. 344-367; (2) Stuttgart, WLB, Cod. Hist 2° 682d, S. 650–683; zu den Quellen des Inzigkofener Klosters und den Beziehungen untereinander s. Werner Fechter, Deutsche Handschriften des 15. und 16. Jahrhunderts aus der Bibliothek des ehemaligen Augustinerchorfrauenstifts Inzigkofen, Sigmaringen 1997, S. 53f. – Nach Fechter (ebd.), S. 1, fertigte Laßberg die Exzerpte für den eigenen Gebrauch an.
1. Die Chronik von Inzigkofen endet nicht 1802, sondern 1813. Die Ausgabe von Karl Werner Stein in zwei Bänden 2009 hätte genannt werden müssen.
2. Hs. 68 der Hofbibliothek enthält alle vier Bände, also auch den Text des angeblich verlorenen Band 1 in einer Abschrift des 18. Jahrhunderts. Steim beschreibt die Bände S. 29f.
3. Die genannten beiden Stuttgarter Abschriften, zu denen Laßbergs kommt, fußen auf dem in der Tat verlorenen Original von Band 1. Die kurzen Auszüge von Johann Ernst von Pflummern (1588-1635) liegen gedruckt im Diözesanarchiv von Schwaben 1905 (UB Heidelberg) und als Online-Transkription des Stadtarchivs Biberach (PDF) vor: Hauptstaatsarchiv Stuttgart J 1 Nr. 180 III, S. 344ff. Die genannte Handschrift der WLB ist davon eine Abschrift.
4. Die für Fechter angegebene Seitenzahl 53f. ist falsch. Gemeint sind wohl S. 1-3.
5. Es fehlt eine Angabe, mit welchen Nachrichten Laßbergs Abschrift endet. Das Textende betrifft den Schweizerkrieg 1499 (Ausgabe Steim S. 181). Die Auszüge reichen bis S. LXXXX seiner Vorlage.
Anzumerken ist, dass sich die Abweichungen der modernisierten Abschrift des 18. Jahrhunderts gegenüber Laßbergs Fassung für die Seiten 98–100 in Steims Ausgabe online überprüfen lassen. Ich hatte die Seiten für meinen Beitrag über Jos von Pfullendorf gescannt. Laßberg dürfte seine Vorlage getreu wiedergegeben haben. Sofern die Stelle bei ihm nicht ausgelassen wurde, empfiehlt sich ein Zitat nach Laßberg. Bei einigen Stichproben stellte ich fest, dass Laßbergs Exzerpte zwar einzelne bessere Lesarten bieten, aber wohl kaum inhaltlich Neues. Mir fiel nur auf (Hs. S. 52), dass Ursula Brisacherin Donatin heißt, was in der Ausgabe Steims S. 168 fehlt.
Die Seite enthält u.a. Buchschenkungen. Genannt werden (Fridolins) Schatzbehalter (in der Abschrift des 18. Jahrhunderts missverstanden als “Psalter”) und (Thomas Fincks) Passionstraktat.
https://www.orda16.gwi.uni-muenchen.de/
Den Anmerkungen von Walter Behrendt soll meine eigene Einschätzung folgen, die wenig vorteilhaft für das Projekt ausfällt.
Permalinks gibt es nicht für Personen. Der Handschriftencensus hat – denkbar unklug – nicht mehr funktionierende Datenbankabfragen bei 87 Handschriften eingetragen, die nunmehr alle geändert werden müssen!
Die Personenrecherche ist unzulänglich. Bei Wolfgang Rem entblödet sich das Projekt nicht, als einzigen Titel die ADB anzugeben! Neue Nachweise bietet die Oberdeutsche Personendatenbank. Nicht einmal die im GND-Datensatz erwähnten Contemporaries of Erasmus hat man konsultiert.
Bei zugeschriebenen Übersetzungen wären Angaben, woher diese Zuschreibungen stammen, zwingend erforderlich gewesen. Bei dem Cgm 6940 wird die Übersetzung Sophronius Eusebius Hieronymus: Epistula Hieronymi ad Demetriadem (Epistula 130) [CPL 620.130] ohne Begründung Thomas Finck zugeschrieben. Die Verfasserschaft begründete ich 2018 hier, wo auch die weitere Überlieferung zu finden ist.
Über die Übersetzungen erfährt man nur, wo sie überliefert sind. Aus welchem Grund bei Seneca von Henkel im ²VL genannte Übersetzungen ausgelassen wurden, erfährt man nicht. Bei den Handschriften sind die Bibliotheksorte nicht suchbar. Man muss die einzelnen Einträge anklicken, um sie zu sehen.
Klaus Graf: Die spätmittelalterliche Handschriftensammlung des Stifts Inzigkofen. In: 5 x Inzigkofen. Landschaft – Kloster – Park – Dorf – Volkshochschule. Hrsg. von Edwin Ernst Weber. Meßkirch 2026, S. 150-163
Online:
https://doi.org/10.17613/nrqw8-f5t52
Der Artikel bietet einen Überblick über die 71 erhaltenen deutschen Handschriften aus der Zeit vor 1600 aus der Bibliothek der Augustinerchorfrauen von Inzigkofen, die für ihre altdeutschen Handschriften bekannt ist. Der Inhalt der Bände wird anhand von vier Personen veranschaulicht: Jos von Pfullendorf, der Chorfrau Anna Jäck und ihrer Familie, Thomas Finck und Augustin Frick.
Wie eine eng verwandte Handschrift in Budapest kam eine Plenar-Handschrift aus dem Dominikanerinnenkonvent Hedingen nach Inzigkofen (heute im Berliner Kupferstichkabinett). Dargestellt ist ein Klaus Läsch, in dem ich einen 1464 bezeugten Ratsherrn von Veringenstadt sehe. Das Bild (Commons) ist höchst ungewöhnlich, wenn nicht gar einzigartig. Offenbar naturgetreu wird Läsch dargestellt, seine Tochter Margareta kniet als Dominikanerin (von Hedingen) vor ihm. Das entspricht dem Typus des Stifterbilds, wobei aber eine Heiligenfigur die Rolle des Vaters, der wohl als Stifter der Handschrift anzusehen ist, übernimmt.
OE meint, https://www.erzbistum-paderborn.de/news/liborius-pontifex-750-handschriften-ueber-den-hl-liborius/ sei hier relevant. Ich distanziere mich jedoch ausdrücklich von einem Projekt, das die Ergebnisse nur in Buchform präsentiert.
Der ihn überliefernde Cod. 11844 der ÖNB Saec. XVI ist nicht online.
https://doi.org/10.1111/emed.70048
Via
https://www.medievalists.net/2026/07/lost-carolingian-text-written-for-charlemagne-discovered/
SB Berlin Mgo 1475
https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0004810800000000
Zur Sammlung Eis https://archivalia.hypotheses.org/?s=Gerhard+Eis
BLB Cod. Donaueschingen 570c
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:31-420098
Beschreibung: https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/HSP0007122100000000
Darin unter anderem:
79 Der Schwaben Vorstreit, Anno 1354: Schultheiß Chronik der Bischöfe (von Konstanz)
101 lies Gregor Mangold
537 Wappenzeichnung aus Grünenbergs Wappenbuch: Graf von Achalm
Dazu https://archivalia.hypotheses.org/123420 Anm. 7
590 lies König Dietrich von Bern
810f. Zur Historia des Albrecht von Werdenberg (aus Thomas Lirer)
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:31-417895
Zum Plan der drei „Volksbücher“ 1825 der Briefwechsel mit Uhland: GBS
MS schreibt mir: „ Ihr Beitrag “Frauenfelder Handschriften und Inkunabeln, 2015” auf Archivalia wird im Handschriftenkatalog der Kantonsbibliothek Thurgau (siehe https://archivalia.hypotheses.org/244501) auf S. 141 zitiert“.
16.7.2026 Rezension des Katalogs https://doi.org/10.11588/frrec.2026.2.116049
„Noch dramatischer ist der Verlust einzelner Handschriften. Von ihnen könnten mehr als 95 Prozent vernichtet worden sein.“
https://www.vhmml.org/readingRoom
Darunter auch die Flores temporum in Cod. 46 – https://manuscripta.at/?ID=40086
Angelegt um 1468:
Bl. 19r Heinrich von Rang, Überreiter des Klosters, seine Frau Margret und ihre Magd Els
Über ihn Kurt Gärtner im Aalener Jahrbuch – meine Korrektur der URL akzeptierten nur die Geschichtsquellen, nicht aber der Handschriftencensus.
Bl. 19v Augustin Hamersteter und Frau Agnes
Sonst ist als Vorname seiner Frau Barbara belegt.
Nicht online ist der Privatdruck von Albert Haemmerle 1949 https://d-nb.info/577188798
Mit den Mitteln des Kölner DFG Projektes “Computational Prenostica Socratis Basilei” (Leitung: Elisa Cugliana) wurde ein Farbdigitalisat der Fragmentsammlung des Konrad Bollstatter (Augsburg, 1455-1477) erstellt.
Die Handschrift überliefert u.a. Konrad Bollstatters Bearbeitung des “Losbuch (gereimt) II”, das wiederum auf dem lateinische Losbuch “Prenostica Socratis Basilei” basiert. Eine digitale Edition dieses Textes ist in Vorbereitung.
Zu Konrad Bollstatter siehe auch: https://archivalia.hypotheses.org/?s=bollstatter
München, Staatsbibl., Cgm 252
Farbdigitalisat:
https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00165040-5
IIIF-Manifest:
https://api.digitale-sammlungen.de/iiif/presentation/v2/bsb00165040/manifest
Informationen im Handschriftencensus:
https://handschriftencensus.de/5999
Beschreibung von Karin Schneider (1970):
https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/HSP0005B85900000000

Von Lajos Adamik, Inscriptiones Alborum Amicorum
Das im Literarischen Archiv der Slowakischen Nationalbibliothek unter der Signatur snk44 YYY 13 aufbewahrte Album amicorum anonymer Urheberschaft („pamätník nezistenej osoby”, siehe die Beschreibung zum Digitalisat: DIKDA, Registrierungspflicht) enthält 26 Einträge, die zwischen dem 20. Sept. und 2. Okt. 1798 in Eperjes (slow. Prešov) datiert sind, einen einzigen Eintrag aus Nagyszabos (slow. Slavošovce, bis 1932 Veľká Slaboška), datiert auf den 20. Oktober 1801, und schließlich vier, teils undatierte Einträge, die allesamt im Spätherbst 1806 in Vichodna (slow. Východná) entstanden sein dürften.
Die Einträge aus dem Jahr 1798 richten sich an eine Schülerin bei ihrem Abschied von der Schule. Neben dem Apotheker Johann Samuel Gertinger, der in der Beschreibung zum Digitalisat als nennenswerter Einträger hervorgehoben ist (zu ihm s. BLS III, 125, DIKDA, sowie Wikipedia), seiner Frau Maria Elisabeth (∞2.10.1781, FS) und wohl ihrer erstgeborenen Tochter Maria Elisabeth (*23.08.1782, FS) trugen noch weitere prominente Mitglieder der evangelischen Gemeinde der königlichen Freistadt Eperjes zum Gedenkbuch bei:
– der Goldschmied Paul Szakmáry (über ihn und sein Siegel an einer Zuckerdose s. den Aufsatz von András Grotte, Művészettörténeti Értesítő 1997/3-4, 207-220, hier: 214, MTAK.HU), seine Frau (Anna) Rosina, geb. Roll (∞08.02.1779, FS) und ihre Töchter (Maria) Rosina und (Maria) Sophia
– Andreas Mayer, Lehrer und Konrektor, ab 1803 Rektor der evangelischen Schule von Eperjes[1] und seine Frau Maria (∞22.11.1790, FS – „bey uns aufgebothen u. in Caschau a R. Sam Sonntag copuliert worden mit Jungfer Maria, Rev. Dni Johannis Greskovits, Min. Slavorum in Caschau, einziger Jungfrau Tochter”; die Taufen der Kinder wurden dann im Kirchenbuch der slowakischen evangelischen Gemeinde von Eperjes eingetragen)
– Susanna Elisabeth Sennowitz, die Frau des Lehrers in der Mädchenklasse Matthias Sennowitz[2]
– Johann Kmetty, damals selbst Schüler von Andreas Mayer, später Pfarrer in Verbic (slow. Vrbica; Ordination 1807, Hungaricana)
– Elisabetha Ludovika Petry, Ehefrau des Schullehrers Thomas Petry und ihre Tochter Karolina, und noch einige mehr.
Hinter dem Monogramm M. S. verbirgt sich wohl Martin Szontagh, Mitglied einer weit verzweigten Adelsfamilie aus dem Zips, in den Annales Evangelicorum 1794 als als Lehrer der Knaben und Mädchen in der Schule von Eperjes genannt („Classis nationis germanica pueri puellaeque sub institutione viri humanissimi, Martini Szontag, ad lecturam, scripturam, arithmeticam, historiarum biblicarum notîtiam, & religionem ducentur”, Hungaricana).
Die vollständige Liste der Einträger soll demnächst in unserer Datenbank und im Repertorium Alborum Amicorum erfasst werden.
Wer war also die Adressatin der Widmungen, die im Herbst 1798 die Schule von Eperjes verließ?
Nun, der evangelische Pfarrer von Nagyszabos, Johann Pauer (Ordination 1790, Hungaricana), der seine Worte „seiner werthesten Schwägerin” widmet, war mit der Tochter Susanna seines Kollegen Johann Migyelka[3] verheiratet (∞27.06.1791 in Szielnic, slow. Liptovska Sielnica, FS), während Jacob Hrobony, der evangelische Pfarrer von Vichodna, wo die letzten Einträge im Gedenkbuch zu verorten sind, 13 Jahre später Susannas Schwester Theresia heiratete (∞24.09.1804, FS).[4] Bei der Taufe ihres ersten Kindes (27.10.1806, FS) standen drei katholische Adelige aus der Umgebung Pate: Paul Okolitsany von Okolicsnó (slow. Okolicna) sowie das Ehepaar Johann und Agnes Podhorszky von Hibbe (slow. Hybbe) – kein Zufall also, dass letztere in ihrem Eintrag vom 27. November desselben Jahres der Halterin und ihrem Ehemann ein langes und glückliches Leben wünscht. Jene Nannette Podhorszky wiederum, die gleich drei Seiten im Stammbuch mit Versen füllte, dürfte die 1789 geborene Tochter Anna Maria Magdalena dieses Ehepaars gewesen sein (Taufe 23.04.1789 Hibbe, FS), die 1809 einen Hofbeamten aus Prag heiratete (∞24.10.1809 Hibbe, FS).
Der Wunsch der Taufpatin ist durchaus in Erfüllung gegangen. Jacob Hrobony starb nach 54 Jahren im Dienst seiner Kirche, mit 81 Jahren am 29. März 1853 in Szielnic (FS, Bild 161) – er hatte 1819 das dortige Amt von seinem Schwiegervater übernommen, und bei dessen Tod ein Jahr später würdigte er ausführlich die Laufbahn seines Vorgängers (I. Kirchenbuch der evangelischen Gemeinde Szielnic, Sterberegister S. 97, FS). Theresia Migyelka überlebte um vier Jahre seinen Ehemann (†16.07.1857, FS, Bild 176).
Man kann nur bedauern, dass sie ihr Gedenkbuch nach der Geburt des ersten Sohns für immer beiseitelegte. Denn ihre Urheberschaft an dem Büchlein dürfte nach all dem hier Gesagten nicht mehr im Zweifel stehen. Wenn der Eperjeser Lehrer Martin Szontagh im Vierzeiler, den er dem „Handbuch für Mädchen von reiferm Alter” entnimmt (GB), das Wort „Mädchen” durch „Theres” ersetzt, bestätigt er ebenfalls diese Urheberschaft.
In Kenntnis der Halterin und ihres Alters (*27.11.1783, FS) können wir noch einen weiteren Kreis der Inskribenten erkennen: den der Mitschülerinnen in der Eperjeser Mädchenklasse. Zu ihnen dürfte gehören jene „N. N.“, für die „Schulbekanntschaft“ eine feste und dauerhafte Freundschaft darstellt, dann die mit Theresia Migyelka ungefähr gleichaltrige Tochter des Eperjeser Riemers Samuel Botyko (*07.05.1784. FS), die sich neben ihrer Mutter Rosina (∞31.07.1781 Kassa, FS), eine geborene Mihoky, und ihrer knapp zwei Jahre jüngeren Schwester Susanna (*27.03.1786, FS) im Stammbuch verewigte. Ungefähr gleichaltrig mit der Halterin war auch Johanna Pauer, am 30. 11.1784 als Tochter des Eperjeser Kaufmanns Gottfried Pauer geboren (FS). Bei Namen, die sich in Eperjes nicht nachweisen lassen (Sophie Pottornyay, Julianna Ratz und Luise Textoris – letztere vielleicht die am 10.11.1785 in Lőcse, slow. Levoča, geborene Tochter des Kaschauer „adjuratus mathematicus“ Johann Textoris, FS), können wir Ähnliches, auch und vor allem in Ermangelung einer Schulmatrikel, nur vermuten.
Die eingeklebte Landschaftszeichnung gegenüber dem Eintrag des Goldschmieds Paul Szakmáry sowie die drei anderen Bildbeigaben – ein frommes Blatt des Nürnberger Künstlers Johann Georg Remmele und zwei galante Stiche seines Prager Kollegen Johann Balzer – passen gut zur Zeit und zum Geist der Einträge. Ob das sich auch für die beiden Illustrationen am Schluss des Gedenkbuchs, einmal signiert von „Ignatz Abrahamfy” und mit der Abkürzung „D. M.”, das zweite Mal nur mit dem Monogramm I. M. und demselben, vermutlich als „donavit monumentum” aufzulösenden Kürzel versehen, behaupten lässt, ist insofern etwas unsicher, als die Jahreszahl nach dem ersten „D. M.” auch als 1789 gelesen werden könnte, und dann würden diese zwei individuell geschmückten Seiten aus dem zeitlichen Rahmen des Stammbuchs fallen. Die zweite Zahl jedenfalls wurde vom Schreiber selbst korrigiert. Der Goldschmied Michael Abrahamides/Abrahamfy und sein Sohn Ignaz, 1775 in Pest geboren (FS), sind in der einschlägigen Literatur bekannt (Dr. Kapossy János: Magyarországi ötvösök a XVIII-XIX. században, in: Levéltári Közlemények, 11. (1933) 3–4, 253, 271, Hungaricana). War der im Jahr 1799, damals 24 Jahre alt, als Lehrling im Land unterwegs?[5] Das könnte seinen bildnerischen Beitrag zum Gedenkbuch der Pfarrerstochter erklären.





[1] Zu Mayer siehe den Eintrag im im IV. Band des Slovenský Biografický Slovník, 125 (DIKDA). – Die Herausgeber der Schulmatrikel bieten einen ausführlichen Überblick über die Geschichte der Schule: Durovics Alex u. Kónya Péter, Az eperjesi kollégium felsőfokú hallgatói, Budapest 2015, MTAK.HU.
[2] „In der Mädchenklasse, die aus 57 Schülerinnen bestand, unterrichtete Matúš Szenowitz. Der Unterricht der Mädchen konzentrierte sich auf Fächer wie Religion, Kirchengeschichte, Deutsch und Ungarisch, Geografie, Physik, Naturwissenschaften, Arithmetik, Rechtschreibung, Psychologie, ungarische Geschichte sowie Allgemeine Geschichte. Die Mädchen wurden dazu angeleitet, ihr Gedächtnis, ihre Begabungen sowie ihre Besonnenheit zu schulen und handwerkliche Fertigkeiten zu erlernen” – schreibt Gabriela Ol’šavská in ihrer Abhandlung über das evangelische Eperjes im 18./19. Jahrhundert (Evanjelici v Prešove v 18. a v prvej polovici 19. storočia, Prešov 2018, 79), hier in Deepls Übersetzung wiedergegeben.
[3] 1768 in Zsegnye, slow. Žehňa, ordiniert (Hungaricana), kam er von dort zuerst nach Komlóskeresztes, slow. Chmeľov, und von hier nach Szielnic, wo er von 1783 bis 1819 Pfarrer war.
[4] Zu Jacob Hrobony (Ordination 1799, Hungaricana) und seiner Familie siehe vor allem den Aufsatz von Zdenko Ďuriška: Pôvod A príbuzenské vzťahy Hroboňovcov, in: Genealogicko-heraldický hlas Jg. 5 (1995) Nr. 1, 81-29 (DIKDA), hier 18-20, 22-24 u. 27-28. – Über den Schwiegervater wird auf S. 22 berichtet.
[5] “1803 erhält er seine Meisterzeichnung (einen Kelch), 1807 einen letzten Aufschub für die Fertigstellung des Meisterstücks, 1815 noch einmal erwähnt, 1828 gestorben”, steht über ihn in einem Verzeichnis Pester Gold- und Silberschmiede (Horváth Henrik, Szentpéteri József ötvöművész művészete, in: Budapest Régiségei, Jg. 12 (1937, 252, Hungaricana).