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Drakonische Strenge bei Bildrechten in Frankreich

http://www.fotostoria.de/?p=428 meldet, dass es keine Online-Ausgabe der Zeitschrift “Études photographiques” geben wird, da die Bildrechte nicht bezahlbar sind.

Wer das deutsche Urheberrecht, das zu wissenschaftlichen Zwecken Bildzitate erlaubt (siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Bildzitat ), für wissenschaftsfeindlich hält, kann über die Praxis in Frankreich nur den Kopf schütteln.

Da muss auf dem Portal Die Revue de l’Art
http://www.persee.fr/listIssues.do?key=rvart
ganz ohne Bilder auskommen.

Von einer durch EU-Recht eröffneten Möglichkeit, Bilder zu nichtkommerziellen Zwecken zu zitieren, hat Frankreich keinen Gebrauch gemacht:
http://www.latribunedelart.com/Nouvelles_breves/Breves_2006/07_06/Fin_Etudes_Photographiques_575.htm

Im Bereich der Bildnutzung existiere keine wirkliche Public Domain, meint ein Blogbeitrag:

“Alors que n’importe quel éditeur est libre de réimprimer sans bourse délier un roman de Victor Hugo ou un recueil de poèmes de Charles Baudelaire, à quelques exceptions près, le domaine public n’existe pas réellement pour les images. Une oeuvre ne quitte le territoire du droit d’auteur que pour entrer dans celui du droit patrimonial: elle appartient toujours à une collection ou un ayant-droit qui en octroie les reproductions selon son bon vouloir.”
http://www.arhv.lhivic.org/index.php/2006/06/30/198-etudes-photographiques-renonce-a-ledition-en-ligne

Archiv und Wirtschaft 2006/2

Das Heft 2/2006 der Zeitschrift Archiv und Wirtschaft enthält folgende Beiträge:

Aufsätze
Elke Pfnür: Wir arbeiten in Lhasa – Brandschutz im Historischen Archiv der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG, München
Wolfgang Wimmer: Zwei Jahre Findmittel des Carl Zeiss Archivs im Internet online

Rainer Volk: Vom Zauber und Fluch des O-Tons – Geschichte im Rundfunk

Berichte

Thomas Wölk: Einblicke in die Welt der Farben. 39. Jahrestreffen des Arbeitskreises der Chemiearchivare am 15. November 2005 in Ober-Ramstadt

Rezensionen

Stefanie Unger (Hrsg.): Archivarbeit zwischen Theorie und Praxis. Ausgewählte Transferarbeiten des 35. und 36. Wissenschaftlichen Kurses an der Archivschule Marburg (Martin Burkhardt)

Clemens Wischermann u. Anne Nieberding: Die institutionelle Revolution. Eine Einführung in die deutsche Wirtschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (Peter Hübner)

Thilo Lang: Das Investitionsverhalten Metall verarbeitender Unternehmer in Württemberg 1924-1936 (Christopher Kopper)

Werner Abelshauser, Jan-Otmar Hesse u. Werner Plumpe (Hrsg.): Wirtschaftsordnung, Staat und Unternehmen. Neue Forschungen zur Wirtschaftsgeschichte des Nationalsozialismus (Martin Krauß)

Stephan Wegener (Hrsg.): August und Joseph Thyssen. Die Familie und ihre Unternehmen (Sebastian Beck)

Barbara Hillen: Der Sparkassenreformer und sächsische Mittelstandspolitiker Johann Christian Eberle (1869-1937) (Jürgen Lotterer)

Karl-Heinz Glaser: Aschingers “Bierquellen erobern Berlin. Aus dem Weinort Oberderdingen in die aufstrebende Hauptstadt (Michael Klein)

Ingo Köhler: Die “Arisierung” der Privatbanken im Dritten Reich. Verdrängung, Ausschaltung und die Frage der Wiedergutmachung (Kurt Schilde)

Hans-Eugen Bühler u. Olaf Simon: Die blendenden Geschäfte des Matthias Lackas. Korruptionsermittlungen in der Verlagswelt des Dritten Reiches (Kurt Schilde)

Beate Battenfeld: Alles im Eimer. Gedanken zu einem nützlichen Gegenstand (Ulrich S. Soénius)

Ostdeutscher Sparkassen- und Giroverband (Hrsg.): “Was mich interessiert ist Geld.” Geldgeschichte, Geldpolitik, Geldtheorie von den Anfängen bis zur Gegenwart. Text und Bildauswahl von Britta Weschke u. Claudia Wöhnl (Claudia Stockem)

Personalnachrichten/Verschiedenes

Impressum

http://www.wirtschaftsarchive.de

Archiv und Wirtschaft, 38. Jg., 2005, H. 4

Jahresabonnement: 26 €

Einzelheft: 8 €

Wikisource und die Altgermanistik

Die deutsche Uebersetzung der Schedelschen Weltchronik von 1493 liegt gescannt vor und wartet auf fleissige Helfer, die den Text transkribieren:

http://de.wikisource.org/wiki/Schedelsche_Weltchronik

Wikisource ist ein Projekt des Traegers der Wikipedia, der Wikimedia Foundation. Nachdem die freiwilligen Mitarbeiter lange auf Hobby-Niveau werkelten, hat sich 2006 ein bemerkenswerter Professionalisierungsprozess vollzogen.

Zu erwaehnen ist das im Fabruar 2006 gestartete “Erfolgsprojekt”, die Bereitstellung eines E-Textes der beruehmten “Zimmerischen Chronik” (einzige vollstaendige Ausgabe von Barack, 2. Auflage). Derzeit wird am dritten Band korrekturgelesen.

Wikimedia Deutschland e.V., der deutsche Unterstuetzungsverein der Wikipedia, finanzierte die Digitalisierung eines handschriftlichen Rechenbuchs aus dem 16. Jahrhundert im Besitz einer traditionsreichen Hamburger Gymnasialbibliothek. Es wird derzeit in Wikisource transkribiert:
http://de.wikisource.org/wiki/Wikisource:Pressemitteilungen/Rechenbuchprojekt
http://de.wikisource.org/wiki/Drei_Register_Arithmetischer_ahnfeng_zur_Practic

Ich selbst habe die Ausgabe Birlingers (1864) von Felix Fabris gereimtem Pilgerbuechlein (ueberliefert nur im Cgm 359) gescannt. Sie wurde dann von einer akribisch arbeitenden Benutzerin auf Wikisource anhand eines OCR-Textes korrekturgelesen:
http://de.wikisource.org/wiki/Bruder_Felix_Fabers_Gereimtes_Pilgerb%C3%BCchlein

Damit liegen – bis auf einen auszugsweisen Abdruck der Sionpilger – ALLE Werke des Ulmer Dominikaners, soweit aeltere Ausgaben existieren, in jeweils einer Ausgabe als Faksimile digitalisiert vor, siehe die Nachweise im ausfuehrlichen Fabri-Artikel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Felix_Fabri

Eine bequeme Arbeit mit Fabris Werken ist dadurch endlich auch an Bibliotheksorten moeglich, die kaum Ulmensia fuehren!

Von den unter
http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Joergens.mi
genannten Buechern, die auf Wikimedia Commons gescannt vorliegen, stammen einige aus der aufgeloesten Donaueschinger Hofbibliothek (naemlich aus Lassbergs Bibliothek: Gundling, Jaeger, TaBu Köln Freunde, aus Donaueschingen allgemein: Kirchhofer, Karajan, Chronicon).

Aus der Liebenstein’schen Bibliothek (ehemals Jebenhausen bei Goeppingen) stammt die Lassberg’sche Ausgabe des Sigenot
http://commons.wikimedia.org/wiki/Meister_Seppen_von_Eppishusen_Sigenot

Einige Wikisource-Mitarbeiter arbeiten an einem E-Text von Hugo von Langenstein:Martina nach der Ausgabe von Keller:
http://de.wikisource.org/wiki/Martina

Scans sind auf Wikimedia Commons und als PDF in der Arno-Schmidt-Referenzbibliothek vorhanden.

Nennen moechte ich auch noch einen E-Text (nach Hanns Fischer) des wenig beachteten Maeres “Sociabilis”:
http://de.wikisource.org/wiki/Sociabilis

Dies sind wirklich beachtliche Fortschritte in Sachen wissenschaftlich verwertbarer Scans/E-Texte. Gemeinsam ist allen Texten/Bildern auf Commons/Wikisource, dass sie frei weiterverwendet werden duerfen. Public Domain-Texte werden nicht mit irgendwelchen fragwuerdigen Copyright-Vermerken versehen, sondern stehen der Wissenschaft, aber auch Buergern zur freien Nutzung zur Verfuegung.

Wer bei der Transkription und/oder dem Korrekturlesen mithelfen oder interessante Scans und/oder Quellentexte einbringen moechte, ist herzlich willkommen!

Aus der Mailingliste: MEDIAEVISTIK

Formale Beschreibung von Dokumenten in Archiven und Bibliotheken

http://www.rama.lvr.de/FachDez/Kultur/ArchivundMuseumsberatung/beraten_vermitteln/Archivberatung/Themen_und_Texte/beschreibung+von+dokumenten.htm

Die formale Beschreibung von Dokumenten in Archiven und Bibliotheken. Perspektiven des Datenaustauschs (812 KB), PDF

von Sabine Richter

(Master’s Thesis im Zusatzstudiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft – Fachhochschule Köln 2004)

Siehe auch den Aufsatz der Autorin im Archivar 2006/2, S. 172ff.

Sächsisches Archivblatt 2006/1

Das Heft 1/2006 des Sächsischen Archivblattes ist erschienen. Die neue Ausgabe informiert u. a. über die Einführung der digitalen Schriftgutverwaltung, über Wechselbeziehungen zwischen Japan und Sachsen, über den Aufenthalt Mozarts in Dresden und über verschiedene Erschließungs- und Ausstellungsprojekte des Staatsarchivs. Das Archivblatt ist unter http://www.sachsen.de/archiv Rubrik Veröffentlichungen/Archivblatt, als pdf-Datei verfügbar.

Ex: Archivliste

Digital Preservation

Ingeborg Verheul, Networking for Digital Preservation. Current Practice in 15 National Libraries. This publication can be ordered at Saur Verlag: http://www.saur.de/index.cfm?lang=EN&id=0000011991

The PDF-version is now available at the ICABS website: http://www.ifla.org/V/pr/saur119.htm

Background information:

In 2004-2005, Koninklijke Bibliotheek conducted for ICABS a survey on the use and development of standards in digital archiving within the international library world. This resulted in an overview of the state of the art on digital preservation in the national libraries of Australia, Austria, Canada, China, Denmark, France, Germany, Japan, the Netherlands, New Zealand, Portugal, Sweden, Switzerland, the UK and the USA.

Skandal: Bremisches IFG der Öffentlichkeit entzogen

Der Landesbeauftragte für den Datenschutz in Bremen, zuständig für den Vollzug des Informationsfreiheitsgesetzes, das am 1. August 2006 in Kraft tritt, auf dessen ungepflegter Homepage noch kein Hinweis auf das Gesetz zu finden ist, hat mitgeteilt, dass es erst mit Inkrafttreten online verfügbar sein wird. Das Ersuchen, einen E-Text zu übermitteln, hat er abgelehnt, da für die Veröffentlichung von Gesetzestexten die Bremische Bürgerschaft zuständig sei. Ich habe diese gebeten, mir einen E-Text zur Verfügung zu stellen.

Begründung:

Die Publikation von Gesetzen erfolgt in amtlicher Form in Gesetzesblättern. Der Bundesgesetzgeber hat in § 5 UrhG Gesetze vom Urheberrechtsschutz ausgenommen, damit sie möglichst weit verbreitet werden.

Es schlägt dem Transparenz-Anliegen des Informationsfreiheitsgesetzes ins Gesicht, wenn
* der Gesetzestext nur in einem kostenpflichtigen Angebot online abrufbar ist
* die für die Durchführung des Gesetzes zuständige Behörde eine Internetpublikation erst ab Inkrafttreten vorsieht
* diese Behörde es ablehnt, einem Bürger zu Veröffentlichungszwecken einen elektronischen Gesetzeszweck zu überlassen.

Jede Behörde ist befugt und nach dem Publizitätsgebot der Gesetzgebung auch verpflichtet, Rechtsnormen an Bürger kostenfrei in elektronischer Form zu übermitteln, insbesondere wenn diese einer Veröffentlichung im Internet dienen sollen. Ein Vorbehalt, dass einzig und allein die im Gesetzesblatt publizierte amtliche Fassung gültig ist, ist sinnvoll. § 5 Abs. 1 sieht kein Änderungsverbot bei Gesetzestexten vor, auch fehlerhafte private Internetveröffentlichungen müssen rechtlich geduldet werden.

UNESCO World Day for Audiovisual Heritage

http://portal.unesco.org/ci/en/ev.php-URL_ID=22265&URL_DO=DO_TOPIC&URL_SECTION=201.html

UNESCO has now launched a public consultation on the objectives, practicalities, costs and expected results of a “World Day for Audiovisual Heritage” to be celebrated annually on 27 October to build global awareness of the various issues at stake in preserving the audiovisual heritage.

Informationen des öffentlichen Sektors

Link

Das Bundeskabinett hat am 17.05.2006 den vom Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos, vorgelegten Entwurf für ein Gesetz über die Weiterverwendung von Informationen öffentlicher Stellen (Informationsweiterverwendungsgesetz, IWG) beschlossen. Der Gesetzentwurf dient der 1:1 Umsetzung der europäischen Richtlinie 2003/98/EG über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors.

Diplomatische Dokumente der Schweiz

http://www.dodis.ch

Digitale Quelleneditionen fehlen in der Schweiz noch weitgehend. Eine grosse Ausnahme bilden die Diplomatischen Dokumente der Schweiz, wobei sich die Online-Edition auf die Jahre 1941 bis 1960 konzentriert. Die rund 3650 Dokumente sind sehr gut erschlossen und liegen in hochwertigen Scans im PDF-Format vor.

Gefunden im Schweiz-Guide bei Clio-Online
http://www.clio-online.de/site/lang__de/mid__11249/ModeID__1/40208178/default.aspx

Stelle im Parlamentsarchiv

Das Parlamentsarchiv des Deutschen Bundestages hat im Bereich “Bilder
und Fotografien” eine befristete Stelle für einen Fachangestellten für
Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Bildagentur, ausgeschrieben:

http://www.bundestag.de/interakt/jobsKarriere/stellen/Stellenausschreibung2.html

— Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Angela Ullmann

Ex Archivliste

Widerliche Abzocke

m Rahmen des Projekts “Kirchenbuch virtuell” in der Trägerschaft des Bürgernetzvereins Bayreuth e.V. wurden und werden mit Erlaubnis des Landeskirchlichen Archivs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern Kirchenbücher aus dem Kirchenkreis Bayreuth mit einem Hochleistungsscanner eingescannt und für die Veröffentlichung im Internet aufbereitet. Bisher sind ca. 830 Kirchenbücher aus 26 oberfränkischen Kirchengemeinden eingescannt, daneben noch eine Reihe von weiteren für die Familien- und Heimatforschung wichtige Bücher, in Summe ca. 430000 Seiten. Dieser einzigartige Bestand soll nun der Forschergemeinde zugänglich gemacht werden.

Nach längeren Verhandlungen mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern wurden die juristischen Rahmenbedingungen für das Einscannen und die Veröffentlichung im Internet festgelegt. Der Internetauftritt gliedert sich in zwei Teile, einen öffentlich zugänglichen, in der alleinigen Verantwortung von Kirchenbuch virtuell stehenden und einen geschützten, nur mit Zustimmung des Landeskirchlichen Archivs zugänglichen Bereich, den virtuellen Lesesaal. Im öffentlichen Teil finden sich allgemeine Hinweise, eine Übersicht über den Gesamtbestand, eine Reihe von gescannten historischen Büchern sowie eine Vielzahl von Forschungsergebnissen, die auch auf Datenbankbasis ausgewertet wurden. Diese Forschungsergebnisse sind z.T. als Register zu einigen Kirchenbüchern, als buchstabengetreue Abschriften, als Familienbücher und Ahnenlisten verfügbar. Jeder in Nordostoberfranken tätige Forscher wird diese Ergebnisse mit Gewinn für die eigene Arbeit nutzen können.

Die Genehmigung zum Zugang in den virtuellen Lesesaal, in dem die Scans der Matrikel zu finden sind, erfolgt durch das Landeskirchliche Archiv. Das Verfahren zur Freischaltung des Zugangs ist auf der Internetseite erklärt. Die anfallenden Gebühren orientieren sich an der üblichen Gebührenordnung.

http://wiki-de.genealogy.net/wiki/Computergenealogie/2006/06#Oberfr.C3.A4nkische_Kirchenb.C3.BCcher_im_Internet

Merke: Archive sind nicht für Benutzer da. Benutzer sind dafür da, dass Archiven keine Gebühren entgehen.

Update: Über die tiefgreifende Verärgerung der Freiwilligen, die gescannt haben, von der Landeskirche aber hingehalten wurden, unterrichtet
http://kirchenbuch.dyndns.org/index.php?option=com_content&task=view&id=14&Itemid=30