Digital resources in the Social Sciences and Humanities OpenEdition Our platforms OpenEdition Books OpenEdition Journals Hypotheses Calenda Libraries OpenEdition Freemium Follow us

430 Tegernseer Handschriften aus dem 15. Jahrhundert online

Die BSB verkündet: “Der Fonds der Tegernseer Handschriften ist nach Größe und Bedeutung einer der wichtigsten Handschriftenfonds der Bayerischen Staatsbibliothek und wohl die zahlenmäßig umfassendste erhaltene Klosterprovenienz Deutschlands. Er umfasst ca. 1.680, meist lateinische Handschriften, deren zeitliche Schichtung vom späten achten Jahrhundert bis ins 18. Jahrhundert reicht.” Und: “Die außerordentlich reiche Überlieferung aus der Blütezeit des Klosters im 15. Jahrhundert mit ca. 800 Handschriften kann auf absehbare Zeit nicht in Tiefenerschließungsprojekten mit begleitender Druckpublikation bearbeitet werden. Dieser forschungsrelevante Bestand von über 300 Handschriften wird für die Wissenschaft deshalb im Rahmen eines DFG-Projekts erschlossen, digitalisiert und bereitgestellt.”

Das ist wie immer unsinnig. Sollen von den ca. 800 Handschriften des 15. Jahrhunderts 300 forschungsrelevante ausgewählt werden? Das steht aber im Widerspruch zur Liste der zugeordneten Objekte (derzeit 430 Treffer).

Klaus Graf
Klaus Graf
Historiker und Archivar, Blogger

OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Klaus Graf (20. September 2022). 430 Tegernseer Handschriften aus dem 15. Jahrhundert online. Archivalia. Abgerufen am 5. September 2026 von https://doi.org/10.58079/cglw


Ein Gedanke zu „430 Tegernseer Handschriften aus dem 15. Jahrhundert online“

  1. Vermutlich das typische Gremiengewurstel innerhalb der DFG. Es darf die Frage gestellt werden, ob die “Erschließung”, “Bereitstellung” und “Digitalisierung” Forschung im eigentlichen Sinn ist. Die Digitalisierung einer Handschrift sollte so standardisiert sein, dass sie nicht mehr sonderlich kostenspielig ist. Die Bereitstellung für Netzuser dürfte auch kein Problem sein und die Groberschließung sollte auch schon erfolgt sein (Bibliothekskataloge). Also wozu öffentliche Mittel? Wissen die in den DFG eigentlich, wie historische Forschung funktioniert?

    “Die außerordentlich reiche Überlieferung aus der Blütezeit des Klosters im 15. Jahrhundert mit ca. 800 Handschriften kann auf absehbare Zeit nicht in Tiefenerschließungsprojekten mit begleitender Druckpublikation bearbeitet werden.”

    Liegt es vielleicht daran, dass für vernünftige Projekte (Editionen) kein Geld ausgegeben werden kann, weil für eher unvernünftige Vorhaben Mittel aufgewendet werden? Die Frage, welche DFG-Projekte sinnvoll sind und welche nicht, sollte gremienunabhängig diskutiert werden. Dazu reicht es schon aus, einmal zu überprüfen, welche Projekte abgeschlossen wurden und welche Resonanz sie in der Fachwelt gefunden haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.