https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/diebstahl-von-erstausgaben-russischer-autoren-94346942.html
Tag: 13. Juni 2026
US-Regierung muss Eingriffe in Erinnerungskultur zurücknehmen
Bundesrat für Verbot von Handel mit Dokumenten von NS-Opfern
OE stellte uns eine Meldung aus der Neuen Westfälischen, 13.6.2026, zur Verfügung.
„Der Bundesrat hat eine Gesetzesinitiative zum Verbot des kommerziellen Handels mit persönlichen Dokumenten und Gegenständen von Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft beschlossen. Die Länderkammer sprach sich einstimmig für den von Nordrhein-Westfalen eingebrachten Gesetzentwurf aus. Nun muss sich der Bundestag mit dem Entwurf befassen.
Verboten werden soll demnach künftig der Handel mit Gegenständen, die einen unmittelbaren Bezug zu Opfern des NS-Terrors und des Holocaust haben. Dazu zählen etwa amtliche Dokumente, Briefe und Tagebücher sowie persönliche Gegenstände wie Kleidungsstücke, die mit einem Judenstern oder einem Winkel versehen sind. Verstöße gegen das Handelsverbot sollen mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.
Auslöser der Initiative aus NRW war eine im letzten Moment gestoppte Auktion in Neuss bei Düsseldorf im November 2025, auf der mehr als 600 Dokumente aus der NS-Zeit versteigert werden sollten. Darunter waren Briefe aus Konzentrationslagern, Gestapo-Karteikarten und weitere Unterlagen. Viele Stücke enthielten persönliche Informationen und Namen von Betroffenen. Versteigert werden sollte laut Online-Katalog auch ein Judenstern aus dem KZ Buchenwald mit „Gebrauchsspuren“.
„Nachdem die Nazis versucht haben, ihre Opfer systematisch zu entmenschlichen und ihnen jede Individualität zu nehmen, wollen wir nicht zulassen, dass ihre persönlichen Gegenstände Jahrzehnte später erneut zu bloßen Nummern in Katalogen und Auktionsportalen werden“, erklärte der NRW-Minister für Bundesangelegenheiten, Nathanael Liminski (CDU).“