“Hintergrund ist, dass der 2024 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereichte Fortsetzungsantrag nicht bewilligt wurde und seit April 2025 keine DFG-Finanzierung für Personal- und Sachkosten zur Verfügung stehen. Die bereits bereitgestellten Informationen und Inhalte bleiben weitestgehend weiterhin verfügbar. […] FID-Dienstleistungen, die weitergehende Sach- oder Personalkosten verursachen, wie Bestellungen nach Hause, Digitization-on-demand und die Erfüllung von Anschaffungsvorschlägen sind ohne die Drittmittelförderung nicht möglich.”
Man könnte das Elend auch der DFG zuschreiben, denn wenn man FIDs fördert, muss man eine dauerhafte Betreuung sicherstellen. Und wenn die Betreuung schlecht funktioniert, muss man einen Wechsel zu einer anderen Institution nahtlos organisieren. Was die Digitalisierung angeht, von der ich einige Male profitiert habe: Man könnte doch die eingereichten Anträge den besitzenden Bibliotheken weiterreichen und hoffen, dass diese auf freiwilliger Basis kostenlos digitalisieren.
OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Klaus Graf (26. August 2026). Typisch für das Elend des Bibliothekswesens: FID BBI-Portal stellt Digitalisierungsservice ein. Archivalia. Abgerufen am 9. September 2026 von https://doi.org/10.58079/16owb
Der Digitalisierungwahn sollte einem Digitalisierungspragmatismus weichen. Man kann auch Unternehmen mit der Herstellung einer Infrastruktur beauftragen. An denen könnte sich die DFG z.B. finanziell beteiligen. Das wäre intelligenter und viel billiger.
Für Professorengremien sind solche Unternehmungen nichts, schon wegen mangelnder Expertise. Viele sinnvolle, normale Projekte werden ausgebremst, weil digitale Unsinnsprojekte gefördert werden. Die DFG sollte ihre ursprüngliche Aufgabe, nämlich eine “Notgemeinschaft” für Forschende zu sein, erfüllen. Sie ist in ihrem Konzept eigentlich gerade nicht als Organ zur Lehrstuhlfinanzierung und zur Befriedigung teurer Prestigeobjekte gedacht.